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Plön Juristen kritisieren Klaus Schlie
Lokales Plön Juristen kritisieren Klaus Schlie
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23:11 05.06.2018
Von Anja Rüstmann
Am Freitag hatte Polizist Nico Skrotzki (links) aus seinem Schreiben an den Amtsgerichtspräsidenten vorgelesen, Klaus Schlie hörte aufmerksam zu.
Preetz

Der Jugendliche habe nicht nur die Auflage erhalten, durch Ableistung von 50 Arbeitsstunden 250 Euro Schmerzensgeld zu zahlen. Zusätzlich verlange das Urteil, dass der 16-Jährige ein Anti-Gewalt-Training absolviert, an einer Maßnahme bei der Drogenberatungsstelle teilnimmt und sich von einem Sozialpädagogen betreuen lässt. Außerdem dürfe er für sechs Monate Preetz nicht aufsuchen. Block: „Der Verurteilte ist zudem mit dem Zuchtmittel der Verwarnung belegt worden.“ Mittlerweile führe er sich ohne Beanstandungen und komme allen Weisungen nach, so Block. Auch die Arbeitsstunden seien abgeleistet, die Überweisung des Schmerzensgeldes an den Polizisten stehe kurz bevor.

Am Freitag war Landtagspräsident Klaus Schlie, Vorsitzender des Hilfs- und Unterstützungsfonds für Polizeibeschäftigte und deren Familien (Hupf), nach Preetz gekommen, um dem Polizisten einen Reise-Gutschein zu überreichen. Dabei hatte er kritisiert, dass der Täter „spürbare Folgen hätte erleben müssen“. Möglicherweise meinte Schlie eine Jugendstrafe ohne Bewährung. „Ein Haftbefehl kann nur erlassen werden, wenn ein Antrag gestellt wurde“, erklärt Block, dies habe die Staatsanwaltschaft aber nach genauer Prüfung nicht getan. Aus gutem Grund übertrage der Staat die Aufgabe der Sanktionierung von Straftaten Staatsanwaltschaft und Jugendgericht – und nicht Laien.

 „Natürlich war die Tat furchtbar und ungehörig“, sagt Block. Doch: Wegsperren helfe da nichts, da seien sich alle Jugendrichter einig. Dem Polizisten Skrotzki habe er die Entscheidungen erläutert, jetzt will er auch mit Schlie Kontakt aufnehmen. Im Übrigen sei der Jugendliche zuvor noch nie verurteilt worden. 

Auch der Landesverband der Neuen Richtervereinigung kritisiert Schlie. „Äußerungen von Politikern – zumal vom Präsidenten des Landtages – sollten von Sachkenntnis und Sachlichkeit geprägt sein. Beides ist hier nicht der Fall.“ Es sei allgemein anerkannt, dass eine „von harten Strafen gegen Jugendliche geprägte Strafjustiz“ keineswegs zu weniger Gewalt führe.

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