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Konzept aus Plön eroberte die Musik

Orientierungsunterricht Konzept aus Plön eroberte die Musik

Als Franz-Michael Deimling 1978 seine Idee für musikalischen Orientierungsunterricht vorstellte, hagelte es Kritik. Doch der Leiter der Kreismusikschule Plön leistete Pionierarbeit. Inzwischen hat sich die Idee bundesweit durchgesetzt. In Heikendorf, Plön und Preetz geht sie in die 30. Runde.

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Auch kleine Hände können schon lernen, mit schwierigen Instrumenten umzugehen. An der Kreismusikschule Plön können Kinder jeweils für sechs Wochen unterschiedliche Instrumente ausprobieren – seit 30 Jahren ein bewährtes Konzept.

Quelle: Johannes Ocker (Verband deutscher Musikschulen)

Plön. Der Anschluss an die musikalische Früherziehung war Deimling lange ein Dorn im Auge. „Ich fand es schwierig, Empfehlungen für ein Kind auszusprechen, das Geige oder Klarinette nur auf CD gehört und nie in der Hand gehalten hatte“, sagt er. Doch das war früher gängige Praxis. Seine Vision: eine Unterrichtsform, in der das Ausprobieren im Vordergrund steht und eine fundierte Empfehlung von Fachlehrern folgt. Die Reaktion der Kollegen war zunächst abweisend. „Sie fanden, die ersten sechs Wochen Unterricht würden nichts bringen.“ Die Erkenntnis, dass das nicht stimmt, hat sich inzwischen in über 900 Musikschulen in Deutschland durchgesetzt. Überall gibt es nun Formate wie das der KMS Plön.

Ein Jahr, bis zu acht Instrumente

Hier können Grundschulkinder an Standorten in Heikendorf, Preetz und Plön über ein Jahr jeweils sechs Wochen lang ein Instrument im wöchentlichen Unterricht nutzen und mit nach Hause nehmen. Darunter Akkordeon, Blockflöte, Gitarre, Violine, Cello, Klavier, Klarinette, Schlagzeug und Trompete. Rund 60 Prozent der Schüler musizieren anschließend weiter.

Eine Umstellung bedeutete das Konzept des Unterrichts, der in Kleingruppen von bis zu vier Schülern abgehalten wird, vor allem für die Lehrer. „Gruppenunterricht – das haben wir im Studium damals nicht gelernt“, sagt Gitarrenlehrer Peter Lohse, der beim Auftakt des Formats in Plön dabei war und heute auch Fachdidaktik an der Musikhochschule Lübeck unterrichtet. Den Orientierungsunterricht baue er anders auf als gewöhnlich. „Normalerweise würde man zuerst sechs Wochen nur an der Anschlaghand arbeiten“, sagt er. „Hier gebe ich eine Art Crashkurs, damit die Kinder alle Anforderungen des Instruments mitbekommen und sich ein Bild machen können, ob es spannend ist.“

Anmeldungen für den Orientierungsunterricht 2018 unter Tel. 04522/747820. Weitere Infos unter www.kms-ploen.de.

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