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Seeadler unter ständiger Beobachtung

Horst am Plußsee Seeadler unter ständiger Beobachtung

Nadja und Achim Gimber sitzen vor dem grünen Wohnwagen am Rathjensdorfer Ortsrand, sie strickt, er schaut durchs Fernglas. 700 Meter weiter, direkt am Waldrand am Plußsee, brütet seit 31 Tagen ein Seeadlerpärchen. Die beiden Schwaben sind ehrenamtliche Beobachter. Und protokollieren jede Bewegung.

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Nadja und Achim Gimber aus dem Kreis Heilbronn beobachten eine Woche lang das brütende Seeadler-Paar am Plußsee.

Quelle: Anja Rüstmann

Plön. Es ist kurz vor 11 Uhr, als das Seeadler-Männchen plötzlich angeflogen kommt, umkreist von zwei Raben. Er löst beim Brüten ab, ungewöhnlich früh. „Manchmal sitzt ein Seeadler sechs Stunden auf den Eiern“, erzählt Nadja Gimber (58). Und dann tut sich nicht sehr viel im Wohnzimmer des deutschen Wappentieres. Aber selbst, wenn nur die Eier gewendet werden, notieren sie und ihr Mann es.

Von kurz vor 9 Uhr morgens bis es dunkel wird, also gegen 20 Uhr, haben sie den Adlerhorst im Blick. Eine Woche lang, jeden Tag. Vor drei Tagen sind hier wohl 300 Nonnengänse vorbeigeflogen. Einen Pulk Kraniche hat Achim Gimber (59) auch gesehen. Habicht, Kornweihe und Heckenbraunelle stehen auch auf seiner Liste. Für ihn ist es spannend. Seine Frau genießt die Ruhe. Obwohl sie sagt: „Wir suchen hier in der Natur gar nicht die Ruhe, sondern den Seeadler.“

Von März bis Juli wechseln sich am grünen Wohnwagen mit Vorzelt meist wöchentlich die Beobachter ab. Die Projektgruppe Seeadlerschutz unterhält den Posten. Achim Gimber ist nicht zum ersten Mal hier.

Immer mal wieder kommt Besuch vorbei. Und das ist Sinn und Zweck dieser Station. Die Gimbers lassen alle gerne durchs Spektiv schauen, für Kinder gibt es eine kleine Fußbank. Ob Spaziergänger, Hundebesitzer beim Gassigehen, Vogelschützer oder Einwohner – allen werden Fragen rund um die Seeadler gerne beantwortet. „Die Besucher sind richtig stolz auf ,ihren‘ Adler“, erzählt Nadja Gimber. Zu Ostern waren es an einem Tag 130 Gäste.

Auf wie vielen Eiern die Seeadler brüten, ist nur zu raten. „Zwei oder drei sind es in der Regel“, schwäbelt Achim Gimber. Auf ein oder zwei Junge hofft er. Aber nicht mehr bis zur Rückfahrt der beiden in den Kreis Heilbronn. Im vergangenen Jahr hat es der Nachwuchs gar nicht geschafft.

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Ein Artikel von
Anja Rüstmann
Holsteiner Zeitung

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