Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Plön Jollenkreuzer drei Jahre restauriert
Lokales Plön Jollenkreuzer drei Jahre restauriert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:01 29.05.2018
Von Anja Rüstmann
Astrid Ahrendt und Ulf Meusel steckten drei Jahre Arbeit, Herzblut und viel Geld in die Renovierung des Jollenkreuzers. Mit Fotos, die auf dem Tablet gespeichert sind, dokumentierten sie den Fortschritt. Quelle: Anja Rüstmann
Anzeige
Plön

Jetzt ist es geschafft. Dieser Tage wird „Windbeutel II“ wieder in Dienst gestellt – auf dem Großen Plöner See. Der Jollenkreuzer sieht schmuck aus. Er ist aus edlem Mahagoni-Holz gefertigt, der Rumpf des 7,75 Meter langen und 2,48 Meter breiten Schiffes glänzt. Und Ulf Meusel strahlt. Die Erleichterung ist dem Bootsbauer anzusehen. Fast seine komplette Freizeit hat er in das ehrgeizige Projekt gesteckt, unterstützt von seiner Frau Astrid Ahrendt. Und das war nötig. 2015 bot ihm ein Segler das Schiff an – als Geschenk. Lange überlegt wurde nicht und das Schmuckstück von der Mosel nach Kiel geholt. „Das Schiff hatte einige Jahre kein Wasser gesehen, stand lange im Schuppen“, erzählt Meusel. In dem Zustand „wäre es stumpf untergegangen. Durch die Planken konnte man durchgucken.“

Die H-Jollen-Segler wollten sich aber einen Traum erfüllen. Urlaubstouren mit einem Segelschiff, auf dem man auch schlafen kann. Die Kajüte des Jollenkreuzers musste natürlich – wie fast der komplette Rest des Bootes – restauriert werden. Aber jetzt steht einer Verwirklichung des Traums nichts mehr im Wege.

Schwesterschiff gehörte Albert Einstein

Gebaut wurde die „Windbeutel II“ 1932 bei Berlin. Eigner war Rechtsanwalt Dr. Wolter. Das Schwesterschiff gehörte keinem geringeren als Albert Einstein. Doch das ist im Krieg vermutlich versenkt worden und wird immer noch gesucht. Die „Windbeutel II“ hatte es besser. Sie überstand die Kriegswirren, wurde später vom Besitzer auf den Ratzeburger See geholt, fuhr im Mittelmeer und zuletzt auf der Mosel.  

1500 Stunden reichten nicht aus

Der 54-Jährige arbeitet als Bootsbauer bei der Knierim-Yachtbau in Kiel. Dort in der Winterlagerhalle stellte er es ab. Nach Dienstschluss schminkte er sich den Feierabend ab. Und steckte alle Energie in die komplette Überholung des Jollenkreuzers mit der laufenden Segelnummer R20. Die geschätzten 1500 Stunden reichten nicht.

Das Schiff, immerhin in den 80ern, brauchte mehr Aufmerksamkeit. Seine Außenhaut ist geblieben (aber acht bis zehnmal grundiert und lackiert worden), doch allein die Rumpfarbeiten dauerten fast anderthalb Jahre. Spanten und Bodenwrangen wurden erneuert, Schwertkasten auch, Decksbalken teilweise, Kajüte und Inneneinrichtung ebenfalls. Die Rigg ist komplett neu. Alles nach den ursprünglichen Bauzeichnungen, die Meusel vom Potsdamer Yachtclub bekam. 

Hier sehen sie weitere Fotos vom Jollenkreuzer R20:
Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Überraschung in Heikendorf: Nachdem die Grünen nach der Kommunalwahl dem SPD-Kandidaten und derzeitigen Bürgermeister Alexander Orth ihre Unterstützung zugesagt hatten, stellen sie nun mit Olaf Bartels einen eigenen Bürgermeisterkandidaten auf. Orths Chancen auf Wiederwahl sinken dadurch drastisch.

Merle Schaack 29.05.2018

Im Jahr 1893 gab es gerade einmal zehn Feuerwehren im Kreis Plön. Doch sie hatten ein ambitioniertes Ziel: Sie wollten gemeinsam für Sicherheit sorgen und gründeten deshalb den Kreisfeuerwehrverband (KFV) Plön. Das 125-jährige Bestehen soll vier Tage lang in Preetz gefeiert werden.

Silke Rönnau 29.05.2018

„Wir sind die Schweine“, sagt Sandy Dederichs. Darauf sind sie und ihre Mitstreiter stolz. Sie spielen Dart, mit Leidenschaft. Ihr Zuhause ist Susis kleine Kneipe in Ascheberg, direkt an der B 430. Donnerstags, freitags und sonnabends packen sie ihre Pfeile ein, dann wird auf die Scheiben geworfen.

Anja Rüstmann 29.05.2018
Anzeige