1 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Land unter wegen der Sohlgleite?

Preetz Land unter wegen der Sohlgleite?

Die neue Sohlgleite in der Alten Schwentine in Preetz ist zur Attraktion geworden. Doch es gibt auch Ärger: Anlieger aus den Umlandgemeinden klagen über Hochwasser und Überschwemmungen. „Die Sohlgleite funktioniert genau so, wie sie berechnet wurde“, sagt dagegen Umweltamtsleiter Jan Birk.

Voriger Artikel
Streit in Schwentinental spitzt sich zu
Nächster Artikel
Fortuna Bösdorf bittet in die Halle

An der Neuwührener Au sind viele Flächen überschwemmt.

Quelle: Sönke Krohn

Preetz. Das Problem liege an den vielen Niederschlägen, meinte Birk in der jüngsten Sitzung des Preetzer Umweltausschusses. Dadurch seien einige Anlieger des Postsees „emotional und wirtschaftlich“ betroffen, weil ihre Flächen überschwemmt seien und sie keine Saat ausbringen könnten. Doch das habe nichts mit der Einstellung für die Hochwasserrinne der Sohlgleite zu tun. Der höchste gemessene Wasserstand im Postsee habe seit der Fertigstellung der Sohlgleite bei 21,33 Metern gelegen, erläuterte er. Früher jedoch sei der Pegel schon mal höher gewesen: bei 21,58 Metern. Zurzeit liege er bei 21,21 Metern.

"Das Wasser fließt nicht mehr ab"

„Allein von unseren Pachtflächen stehen zwölf bis 14 Hektar unter Wasser“, beklagt dagegen der Pohnsdorfer Landwirt Sönke Krohn. Man habe schon früher regenreiche Jahre mit Spitzenständen gehabt – aber das Wasser fließe jetzt einfach nicht mehr ab. Früher sei der Wasser- und Bodenverband Postsee für die Regulierung zuständig gewesen, erläuterte er. Per Hand wurden je nach Wasserstand die Holzbohlen am Wehr eingesetzt oder herausgenommen. Dabei habe man immer versucht, einen Mittelwasserstand von 20,81 Metern einzuhalten.

Diese Aufgabe sei ihnen durch den Bau der Sohlgleite abgenommen worden, die nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie eine Durchgängigkeit für die Fische herstellen sollte, so Krohn. Man sei von Anfang an skeptisch gewesen und habe deshalb Eckdaten festgelegt: 20,63 Meter für den Niedrig-, 20,81 Meter für den Mittel- und 21,10 Meter für den Höchstwasserstand.

Vorwurf: Nachträglich die Breite geändert

Während der Baumaßnahme seien noch Änderungen vorgenommen worden, so sein Vorwurf. „Die Zulaufbreite unter der Brücke sollte 10,50 Meter betragen, sie ist aber nur 8,25 Meter breit.“ Außerdem sei auf die Brückensohle eine 13 Zentimeter hohe Steinmatratze gelegt worden, die das Wasser bremse und so den Abfluss um 30 Prozent reduziere.

„Wir können froh sein, dass wir die Sohlgleite haben“, entgegnet Norbert Langfeldt als Vorsitzender des Gewässerunterhaltungsverbands Schwentine. „Da läuft so viel Wasser durch wie nie zuvor.“ Und die kritisierte Steinmatte im Einlauf sei niedriger als die Sohlgleite selbst und könne daher das Wasser nicht bremsen.

Kreis: Keine Abweichungen festgestellt

„Abweichungen zu den genehmigten Breiten und Höhen wurden nicht festgestellt“, erklärt auch die Kreisverwaltung Plön. Die aktuell außergewöhnlich hohen Wasserstände ergäben sich durch die überdurchschnittlich hohe Niederschlagsmenge. Mit dem Bau der Sohlgleite sei das Abflussprofil insgesamt verbreitert worden. Die auf die Betonsohle unter der Straßenbrücke aufgebrachten circa zehn Zentimeter hohen Steinmatratzen, die auch wirbellosen Organismen das Auf- und Abwandern ermöglichen sollen, wirkten sich nicht abflussbremsend aus. Allerdings sei ein Betonabsatz als Einengung im Zuflussbereich des Hochwasserentlastungskanals bekannt geworden. Er soll bei Niedrigwasserstand im kommenden Sommer beseitigt werden, kündigt der Kreis an.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

Mehr aus Plön 2/3