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Probsteier gegen Bahn-Pläne

Reaktivierung der Strecke Kiel-Schönberg Probsteier gegen Bahn-Pläne

In 21 Minuten mit der Bahn von Probsteierhagen nach Kiel? Nein danke, sagten am Sonnabend rund 120 Probsteier. Sie gründeten in Probsteierhagen die Bürgerinitiative (BI) gegen die Reaktivierung der Bahnstrecke Kiel-Schönberg. Gefordert werden eine Bedarfsermittlung sowie Aussagen zu Schallschutz und Kosten für die Gemeinden. Die Emotionen schlugen hoch, mehrfach wurde eine „Diskussionskultur“ eingefordert.

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Die Sprecher der Bürgerinitiative gegen die Bahn Kiel-Schönberg (von links:) Konrad Gromke, Dagmar Hecht, Fred Schlaak, Karl-Heinz Fahrenkrog aus Probsteierhagen und Ulf Brandt aus Passade.

Quelle: asc

Probsteierhagen. Ziel sei ein Bürgerentscheid gegen die Bahn, erklärte Initiatorin Dagmar Hecht. Sie selbst war, wie viele andere im Saal, erst vor wenigen Jahren in das Neubaugebiet Trensahl gezogen. An dem führt unmittelbar die Bahntrasse entlang, die bislang lediglich im Sommer von der Museumsbahn Schönberger Strand genutzt worden war. Die Anwohner sehen sich durch die geplante Reaktivierung der Strecke von Schönberg nach Kiel „in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt“ und wollen sich dagegen wehren. Denn Ende 2014 soll dort alle halbe Stunde der Zug von Schönberg nach Kiel mit 80 Stunden-Kilometern vorbei fahren.

Wie mehrfach berichtet, hatten sich die Bürger in Probsteierhagen von Beginn an gegen die Bahn-Pläne ausgesprochen. Derzeit gibt es fünf Haltepunkte der Buslinie 200. Diese komfortable Anbindung aller Ortsteile nach Kiel, so fürchtet die BI, werde es nicht mehr geben, wenn die Bahn kommt. Auch zweifle man an der Praktikabilität des jetzt im Entwurf vorliegenden Bus-Bahn-Konzeptes, in dem Zubringer-Linien, Haltepunkte und Park+Ride-Anlagen genannt werden. „Wer setzt sich in Stein, Wendtorf oder Tökendorf ins Auto, um dann in Probsteierhagen in die Bahn umzusteigen“, fragte beispielsweise Klaus-Robert Pfeiffer.

Die Kritik der Bürger richtet sich auch gegen das Verfahren. Konrad Gromke hätte sich „zuerst die Bedarfsermittlung gewünscht und eine Beteiligung der Bürger“. Dagmar Hecht monierte die fehlenden Aussagen zum Schallschutz. „Die Straße Jürgenskoppel ist 25 Meter von der Bahnschiene entfernt“, nannte sie ein Beispiel für die örtliche Situation. Karl-Heinz-Fahrenkrog wies auf die Zunahme der Verkehrsbelastung der Bahnhofstraße und den Rückstau durch Bahnübergänge hin. „Dort stehen Häuser aus der Gründerzeit. Wir muten den Bürgern da allerhand zu“, so der CDU-Ortspolitiker. Die Sicherheit spielender Kinder sprach Jochen Schneekloth-Plöger aus Passade an. Zu seinem Privatgelände gehöre auch ein Bahnübergang. Für dessen Sicherheit habe er laut Bahn selbst zu sorgen, so der Landwirt.

Contra-Bahn-Argumente waren auch Wild- und Naturschutz, die Kosten für die Gemeinde beim Bau der Infrastruktur und die Einsatzfähigkeit der Freiwilligen Feuerwehr bei eventuellen Bahnunfällen. Der Versuch von Ulrich Hühn aus Kiel-Ellerbek, Mitglied der Arbeitsgruppe StadtRegionalbahn Kiel, für den Zug zu werben, scheiterte an den erhitzten Gemütern im Saal. Er werde die Argumente der BI mitnehmen nach Kiel, bot er an. Dagmar Hecht konterte: „Laden Sie uns nach Kiel ein, wir kommen selbst, um unsere Argumente vorzutragen“. Im Saal saß auch der CDU-Kreistagsabgeordnete Hans-Helmut Lucht. Vonseiten der Kreis-CDU hatten Werner Kalinka und Peter Sönnichsen in einer Pressemitteilung eine „Vorfestlegung“ und einen fairen Umgang mit den Gemeinden“ eingefordert.

Mehr als 100 Menschen trugen sich wie Antje Bock aus Muxall in die Listen der Bürgerinitiative ein. Die liegen die in den kommenden Tagen in Geschäften und Banken aus. Als Sprecherteam fanden sich Karl-Heinz Fahrenkrog, Fred Schlaak, Ulf Brandt, Konrad Gromke und Dagmar Hecht bereit. Um die Bahn geht es auch am Mittwoch, 6. März, 19.30 Uhr, im Herrenhaus bei den Hagener Schlossgesprächen. Dort werden auch Vertreter der Landesweiten Verkehrsservice-Gesellschaft Stellung zum Konzept nehmen.  

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