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Plön Erste Vernissage nach Kunststreit
Lokales Plön Erste Vernissage nach Kunststreit
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10:02 14.04.2018
Von Merle Schaack
Nach der Erstauflage im vergangenen Jahr präsentiert die Künstlergruppe „Schrevenborner Eigenart“ ab Sonntag wieder die Werke von 13 Künstlern aus der Region im Heikendorfer Rathaus. Quelle: Merle Schaack
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Heikendorf

Die Gruppe, in der sich vor über einem Jahr Kunstschaffende aus den drei Amtsgemeinden Heikendorf, Mönkeberg und Schönkirchen zusammengeschlossen hat, will den „Heikendorfer Kunstskandal“, wie er im Ort mit einem Augenzwinkern genannt wird, mit ihrer Ausstellung unter dem Titel „Zweite Sequenz“ überwinden. „Wir freuen uns, dass wir unsere Werke im Rathaus präsentieren dürfen und dem Bürgermeister dankbar dafür“, sagt Malerin Charlotte Howaldt.

Respekt für neue Regeln

Die neue Regelung, dass Bilder nur noch zur Vernissage im Ratssaal zu sehen sein dürfen und danach wieder entfernt werden müssen, respektiere die Gruppe. „Wir werden unsere Werke zur Vernissage im Ratssaal ausstellen und danach wieder abnehmen“, kündigt Howaldt an. Bis zum 25. Mai sind die Arbeiten dann während der Öffnungszeiten in den Fluren der oberen Etage zu sehen.

Sexismus- und Zensurvorwürfe sorgten für Streit

Bei der Ausstellung „Inkognito“, die bis Ende März zu sehen war, hatten drei Künstler der Gruppe ihre Werke auch im Ratssaal ausgestellt. Eine Minderheit aus der Gemeindevertretung hatte sich an den Bildern des Malers Kai Piepgras gestört, auf denen Frauen und Ausschnitte von Frauenkörpern zu sehen waren. Eine SPD-Vertreterin bezeichnete sie in einer Gemeindevertretersitzung als „sexistisch“ und sagte, sie fühle sich davon belästigt.

Für einen Sturm der Entrüstung aus der Kunstszene sorgte anschließend die Lösung der Gemeinde, die Bilder während der Ausschusssitzungen mit Tüchern zu verhüllen. Bürgermeister Alexander Orth (SPD) begründete diese Entscheidung damit, dass er dafür Sorge zu tragen habe, dass alle Gemeindevertreter ihrer Arbeit im Ratssaal ungestört nachgehen können. Künstler beschwerten sich lautstark über „Zensur“. Der Fall schlug bundesweit Wellen in den Medien und sozialen Netzwerken.

Piepgras sagte Teilnahme ab

„Das jetzt ist aber eine neue Ausstellung mit Arbeiten, die neu diskutiert werden sollen“, sagt Charlotte Howaldt. Zwölf Künstler aus der Gruppe stellen in der „Zweiten Sequenz“ aus. Von der Skulpturen-Künstlerin Gudrun Buller-Schunck über Fotografen wie Arno Draschba oder Uwe Bajorat und Drucken von Mathias Lagler bis hin zu vielen Malern.

Kai Piepgras allerdings sagte seine Teilnahme an der Ausstellung bereits Anfang März ab, als die Diskussion um seine Bilder im Ratssaal ins Rollen kam. Ursprünglich hatte er geplant, mit einigen wenigen Werken vertreten zu sein.

Durch den Umgang mit ihm und seinen Bildern während der Sexismus- und Zensurdebatte fühle er sich im Rathaus aktuell aber „nicht mehr wirklich willkommen“. Er wolle aber nicht ausschließen bei einer möglichen weiteren Gruppenausstellung wieder vertreten zu sein.

Maritimes statt und Exotisches

So werden die Besucher der Ausstellung ab Sonntag keine Frauenbilder, dafür aber viel Maritimes zu sehen bekommen. Zwar hat die Künstlergruppe kein Thema ausgegeben. Aber viele der Heikendorfer, Schönkirchener und Mönkeberger bilden in ihren Arbeiten das Meer ab. Aber auch Exotisches gibt es zu sehen. So hat Ingrid Claussen sich mit ihren Keramik-Arbeiten Afrika als Thema für die Ausstellung gesetzt.

Fotostrecke: Erste Vernissage nach Kunststreit
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