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Illegale Altkleidersammlung

Schwentinental Illegale Altkleidersammlung

Wer Altkleidung in einen Sammelcontainer wirft, will damit nicht nur etwas loswerden, sondern auch noch etwas Sinnvolles tun. Zurzeit sind Altkleider aber ein durchaus lukratives Geschäft, das undurchsichtige Firmen anlockt – so wie Förde Textilsammlung –, die zwar Container in Kiel und Schwentinental aufgestellt haben, aber ohne Sammelgenehmigung.

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Die beiden Container am Ruschsehn in Klausdorf sammeln illegal – sie wurden beim LLUR nicht korrekt angemeldet.

Quelle: Andrea Seliger

Schwentinental. Ein heller und ein grüner Behälter, die aussehen wie andere auch, stehen seit etwa zwei Wochen auf einem Privatgrundstück zwischen Topkauf und dem neuen Kindergarten am Ruschsehn in Schwentinental-Klausdorf. Die Firma präsentiert sich klein mit Namen und Adresse, aber ohne Telefonnummer. Im Internet ist sie nicht zu finden. Klaus Uhde von der Stadtverwaltung Schwentinental kennt sie dagegen schon: Die habe auch im Ostseepark Sammelcontainer ohne Genehmigung aufgestellt – ebenfalls auf einem Privatgrundstück.

 Rechtlich sei dabei zu unterscheiden, ob es um die Erlaubnis zur Aufstellung des Behälters und die zum Sammeln gehe, erklärt Martin Schmidt von Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Flintbek. Die Behörde ist zuständig für die Vergabe der Sammelgenehmigungen. Bekannt ist Förde Textilsammlung dort bereits: „Die Firma hat im Januar 2014 ihre Tätigkeit angezeigt“, so Schmidt. Die Unterlagen seien aber nicht vollständig gewesen. Und bei Nachfragen habe sich gezeigt, dass die angegebene Adresse „nicht zustellfähig“ sei, also nicht stimme. Da die Anzeige nicht vollständig gewesen sei, sei die Sammeltätigkeit illegal. Auch in Kiel seien Behälter dieser Firma aufgetaucht, im Knooper Weg, Ecke Bremer Straße sowie in der großen Ziegelstraße. Erst vor kurzem habe man eine korrekte Adresse erhalten. Nun versuche man erneut, Kontakt aufzunehmen.

 Warum sammelt man illegal Altkleidung? „Kommerzielles Interesse“, vermutet Schmidt, denn zurzeit gebe es dafür gutes Geld. Und er kritisiert: „Wir haben immer wieder den Ärger, dass gewerbliche Anbieter sich den Anschein eines karitativen Zwecks geben.“ Auf den Behältern der Förde Textilsammlung steht nichts über das Ziel der Sammlung.

 Der Behälter im Ruschsehn steht nur wenige hundert Meter entfernt von der korrekt angemeldeten Sammlung des Abfallwirtschaftsbetriebes des Kreises Plön. „Der Kreis organisiert die Altkleidersammlung seit 1990“, erklärt Stefan Plischka, Geschäftsführer des Abfallwirtschaftsbetriebes. Damals habe es noch nicht so viel Geld dafür gegeben. Heute sei dies ein „lukrativer Markt“, so Plischka. Er betont: „Der Ertrag kommt allen Gebührenzahlern im Kreis zugute.“ Über die Konkurrenz durch illegale Mitbewerber will er nicht schimpfen, doch jeder müsse sich an die Gesetze halten.

 Zu den Mitbewerbern in Sachen Altkleider gehört traditionell auch das DRK, das eine Vereinbarung mit dem Kreis über gemeinsame Leerungen und ein Entgelt dafür getroffen hat. „Bei uns steht drauf, wohin es geht“, so Jutta Conrad, Vorsitzende des DRK Plöner Land: „Wir verwenden das Geld für unsere soziale Arbeit.“

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