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Plön Abschied von alten Ritualen
Lokales Plön Abschied von alten Ritualen
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18:20 14.03.2019
Von Alev Doğan
Im Interview fordert der Vorsitzende des TSV Klausdorf Dietmar Luckau mehr Verbindlichkeit und Transparenz von der Politik. Quelle: Alev Doğan
Schwentinental

Sie haben Ihre letzte Mitgliederversammlung abgehalten – und jetzt?

Dietmar Luckau: Richtig, sehr knapp zwar, aber immerhin drei Viertel haben sich für künftige Delegiertenversammlungen ausgesprochen. Die Mitgliederversammlung ist künftig nur noch bei Aufgabe oder Fusion des Vereins zuständig.

Was versprechen Sie sich davon?

Luckau: Die Mitgliederversammlung bildet eigentlich nicht den Querschnitt unserer Mitglieder ab. Drei bis vier Prozent kommen zu solch einer Versammlung, und es hängt vom Zufall ab, welcher Sparte sie angehören. Bei einer Delegiertenversammlung wird nun jede Sparte entsprechend ihrer Größe ihre Delegierten entsenden, die vorher in den Abteilungen gewählt werden. Hintergrund ist auch, die jüngeren und aktiven Sportler mehr in die Verantwortung zu nehmen. Junge Mitglieder fühlen sich abgeschreckt von den Ritualen, die auf solchen Mitgliederversammlungen stattfinden. Wenn da 50 Leute geehrt werden für 25-jährige Mitgliedschaft, dann ist das nicht gerade attraktiv. Viele, die das einmal miterleben, sagen: Da will ich nie mehr hin. Und von diesen Ritualen wollen wir uns verabschieden. Stattdessen wollen wir in den Delegiertenversammlungen inhaltlicher und sportpolitischer werden. Und vielleicht gibt es dann eine andere Veranstaltung, in der es nur um Ehrungen geht.

Reden wir über Sportpolitik: Wie steht es denn um den Breitensport aus Ihrer Sicht?

Luckau: Nehmen wir das Beispiel Abenteuerturnen. Das ist ein Angebot an die Kindergärten aus Klausdorf, das wir seit drei Jahren ungefähr im Programm haben. Die Anerkennung für dieses Projekt ist sehr hoch. Wir arbeiten mit Kindern, um der Fettleibigkeit vorzubeugen und Spaß an der Bewegung zu vermitteln. Dafür haben wir bisher immer die Sporthalle der Grundschule genutzt. Dadurch, dass sich die Grundschule nun vergrößert hat, ist der Eigenbedarf für den Sportunterricht größer geworden. Früher konnten wir das Abenteuerturnen drei Mal in der Woche anbieten, mittlerweile nur noch ein Mal. Fakt ist, dass wir ausweichen müssen. Okay, wir weichen in die große Schwentinehalle aus. Wir haben aber auch eine ganze Menge Material, das wir irgendwo unterbringen müssen. Das ist aber nur sehr eingeschränkt möglich, weil Tische, Stühle, Bühnenteile, die zu der Halle gehören, entfernt werden müssten. Und dagegen hat sich die Stadt seit Jahren gewehrt. Hinzu kommt, dass der Schulleiter jetzt angedeutet hat, er wolle verstärkt Veranstaltungen in der Schwentinehalle durchführen. Aber offiziell spricht da keiner mit uns.

Und woher wissen Sie davon?

Luckau: In der letzten Sportausschusssitzung teilte der Hauptamtsleiter den Politikern mit, dass es zwischen Schul- und Sportausschuss zu einem Gespräch kommen muss, weil es Bedarfe gibt vonseiten der Schule. Wenn die Schule also verstärkt auf eine der beiden Schwentinehallen – ich vermute auf die kleine – zurückgreifen wird, dann muss ich damit rechnen, dass der Bedarf an dem angesprochenen Mobiliar weiterhin Bestand hat. Und das würde bedeuten: Wir kriegen unsere Geräte für das Abenteuerturnen nicht untergebracht und wir müssen das Projekt fallen lassen. Doch das will ich unbedingt verhindern. So etwas darf nicht sterben.

Der Stadt ist aber bewusst, dass Sie die Halle brauchen?

Luckau: Wir hatten ein Gespräch mit dem Bürgermeister, dem Sportamt und anderen Vertretern der Stadtverwaltung. Der Bürgermeister hatte uns Recht gegeben, dass man eine Halle nicht als Geräteschuppen betrachten kann. Es hieß: Wir bauen zwei Garagen, und da kommen die Sachen unter. Und das ist jetzt in der Schwebe. Da wird nichts transparent gemacht, und das ist es auch, was ich kritisiere. Es ist völlig klar, dass wir den Bildungsauftrag der Schule anerkennen – gar keine Frage. In anderen Kommunen kooperieren Schulen und Vereine zum Wohle der Kinder, aber das scheint hier sehr schwierig zu werden – dabei geht es um dieselben Kinder. Und ich glaube wirklich, dass bei drei Hallen und dem guten Willen der Verwaltung das Thema zu lösen ist, wenn jeder aufeinanderzugeht. Denn es geht ja nicht um meine Interessen. Die Vereinsinteressen kann man gar nicht trennen von dem Interesse, die eine Kommune haben muss, die Lebenszufriedenheit der Menschen in ihrer Freizeit zu stärken. Ein gut funktionierender Sportverein ist auch ein Standortfaktor für eine Stadt. Wir sind ein Verein mit fast 2500 Mitgliedern – der mit Abstand größte Verein der Stadt und der zweitgrößte Sportverein im Kreis Plön. Wir betreuen um die tausend Kinder, denen wir das Schwimmen beibringen, Bewegungen beibringen, in Mannschaften Sozialverhalten beibringen, Werte vermitteln und so weiter. Und Da können wir uns es nicht gefallen lassen, dass man uns nur hin- und herschubst.

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