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Plön "Mal keine Eiszapfen im Bart"
Lokales Plön "Mal keine Eiszapfen im Bart"
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07:00 11.08.2018
Von Merle Schaack
Auch im Urlaub eine Verbindung nach Skandinavien: Der Weihnachtsmann macht Urlaub in Heikendorf an der Kieler Förde. Quelle: Ulf Dahl
Heikendorf

Herr Weihnachtsmann, Sie hier zu treffen überrascht mich jetzt. Wie kommt es, dass Sie Urlaub in Heikendorf am Strand machen?

Weihnachtsmann: Zunächst einmal: Bitte lass uns doch Du sagen. Das bin ich aus Skandinavien und vom Umgang mit Kindern so gewohnt.

In Ordnung. Also: Was machst Du in Heikendorf?

Als Weihnachtsmann könnte ich natürlich auch im Wolkenmeer baden. Aber das richtige Meer ist mir doch lieber. Den Strand hier habe ich jedoch erst in diesem Jahr für mich entdeckt. Üblicherweise fliege ich nach dem World Santa Claus Congress, der seit 61 Jahren Ende Juli in Bakken bei Kopenhagen stattfindet, in den Süden. Aber ob des diesjährigen Sommerwetters in Schleswig-Holstein gab es dafür keine Veranlassung.

Sonnenklar. Und wie gefällt es Dir hier?

Prima. Hier gibt es alles, was ein Weihnachtsmann braucht, um entspannt Urlaub zu machen: vorzugsweise leckere Pommes rot-weiß und gut gekühltes deutsches Weizenbier. Überdies ist die neue Uferweg-Promenade mit der wellenförmig verlaufenden Natursteinmauer toll. Um das Wohl der Kinder stets bedacht, gilt meine größte Begeisterung der neuen Spiellandschaft in Form eines Schiffes.

Es heißt ja, dass du in der Nähe vom Nordpol lebst. Wie bist du denn mit den außergewöhnlich hohen Temperaturen hier in den letzten Wochen klargekommen?

Nachdem ich zumeist im Schnee unterwegs bin und auf meinem Schlitten Minusgraden trotze, freue ich mich umso mehr über die Sonne. Es ist schön, wenn mir mal kein eisiger Wind um die Ohren pfeift und sich im Bart keine Eiszapfen bilden.

Apropos Bart: Wäre es bei der Hitze nicht verlockend, den mal abzurasieren?

Nein, das kommt nicht infrage. Er soll zu Weihnachten ja wieder schön lang sein. Außerdem stört er mich nicht. Auch auf der Osterinsel im Südostpazifik, wo ich mich stets direkt nach Weihnachten mit meinem Freund und Kollegen, dem Osterhasen, treffe, ist es sommerlich warm. Und natürlich habe ich auch eine Sommergarderobe. Den Mantel ziehe ich erst wieder an, wenn ich gemeinsam mit dem Osterhasen die Insel verlasse, weil er ab März seinen Aufgaben nachkommen muss. Dann geht’s für mich zurück in den Norden, in ein kleines Dorf am Fuße eines Berges in Lappland mit dem schwierigen Namen Korvatunturi.

Was machst Du in Deiner Freizeit?

Da ist zunächst einmal das Angeln zu nennen. Sehr gern fische ich Meerforellen. Zu meinen Hobbys zählen auch Weihnachtsbäume pflanzen, Ski-Langlauf und Sternenkunde. Und ich lese gerne und viel. Mein aktuelles Lieblingsbuch ist: „Die wunderbare Weihnachtsreise“, erzählt von Lori Evert.

Wo sind jetzt Deine Rentiere?

Die werden in Lappland von meinen Rentierwichteln gehütet. Viel Arbeit machen die Rentiere nicht. Denn sie haben kleine Glöckchen im Ohr, damit man sie hört, falls sie sich einmal verlaufen. Und dann sind da noch kluge Hunde, die aufpassen, dass die Herde zusammenbleibt.

Ist die Trockenheit in diesem Jahr mit Blick aufs Rentierfutter ein Problem, ähnlich wie bei dem Vieh der Landwirte?

Nein, Engpässe beim Rentierfutter gibt es nicht. Ich bin - wie sagt man so schön -global vernetzt und habe deshalb weltweit Bezugsquellen, sodass die Versorgung mit Futter ganzjährig gewährleistet ist.

Macht Dir der Klimawandel dennoch Sorgen?

Ich denke, Wetter- und Klimakapriolen sind nichts Neues. Gleichwohl stehen den Menschen seit mehr als 40 Jahren wissenschaftliche Studien zur Verfügung, deren Ergebnisse in zunehmendem Maße durch klimatische Ereignisse bestätigt werden. Sorge macht mir jedoch nicht der Klimawandel selbst, sondern die dahingehende Ignoranz einiger Politiker, angefangen beim gegenwärtigen Präsidenten der USA.

Wenn Du Deutschland ein Geschenk machen könntest, was wäre das?

Ganz einfach: Alle Hartz-IV-Gesetze abschaffen, damit es hier keine Kinder mehr gibt, die davon leben müssen.

Was hältst Du von nationalen Grenzen?

Gar nichts. Dort wo ich lebe, wohnen viele Kinder verschiedenster Herkunft und Hautfarbe. Wenn ich sehe, wie selbstverständlich sie zusammen spielen und miteinander klarkommen, ist mir trotz aller nationalistischer Strömungen nicht bange um die Welt. Ich glaube, da wächst eine neue Generation heran, die die aktuellen Konflikte überwinden kann.

Das Thema Heimat ist derzeit ein dominierendes Thema. Wo fühlst Du dich denn heimisch?

Ganz einfach: Dort, wo ich mich wohlfühle. Also im Kreise meiner Weihnachtsfamilien und deren Weihnachtskindern.

Ich hoffe, das ist nicht zu indiskret, aber reist Du ganz alleine? Wo ist denn Deine Frau?

Wie heißt es so schön: Einer muss sich ja um die Kleinen kümmern. Das sind in meinem Fall die zahlreichen Wichtel, für die meine Frau und ich abwechselnd da sind. Demzufolge können wir fast nie gemeinsam in Urlaub fahren. Frau Weihnachtsmann ist also derzeit bei meinen Wichteln und Rentieren, hoch oben im Norden.

Wie lange hast Du noch Urlaub?

Ich denke, bis zum 23. August werde ich mich noch in Heikendorf aufhalten. Vielleicht sieht mich ja noch der eine oder andere dort am Strand. Danach ruft wieder die Arbeit, denn ab 24. August ist das Büro des lieben guten Weihnachtsmannes erneut besetzt.

Hast Du selbst schon einen Weihnachtswunsch?

Ich bin fast wunschlos glücklich. Aber wenn mir jemand einen Wunsch erfüllen möchte: Ich würde mir von Herzen wünschen, dass es vielen Familien und damit auch vielen Kindern finanziell besser gehen würde.

Interview: Merle Schaack

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