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Plön Weiter Streit um „Hein Schönberg“
Lokales Plön Weiter Streit um „Hein Schönberg“
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16:07 18.04.2014
Von Thomas Christiansen
Bisher nur zur Kieler Woche: Triebwagen am Bahnhof Schönberger Strand. Quelle: Knipping/LVS

Während der Schönberger Bürgermeister Dirk Osbahr die Landtagsentscheidung begrüßt und „wichtige Impulse für die Entwicklung der Gemeinde“ sowie „Vorteile für die ganze Probstei“ erwartet und die Bürgerinitiative Pro Bahn Probstei immer mehr Unterstützung auch über Schönberg hinaus erhält, wird vor allem in Probsteierhagen die Bahnlinie weiterhin vehement abgelehnt. Rückendeckung erhalten die Gegner jetzt aus dem Amt Lütjenburg.

 In einer Resolution sprechen sich 14 Bürgermeister der 15 Gemeinden des Amtes Lütjenburg gegen die Pläne zur Reaktivierung der Bahnlinie aus. In dem an Verkehrsminister Reinhard Meyer gerichteten Schreiben kritisieren sie die auf der Grundlage von Daten aus 1997 hochgerechneten Fahrgastzahlen, die weder den vierspurigen Ausbau der B502 noch den veränderten Kieler Arbeitsmarkt, beispielsweise durch den Wegfall von Werftarbeitsplätzen, berücksichtigten.

 Während die Bahnverbindung für Bürger, die in der Nähe der Haltepunkte wohnten, durchaus attraktiv sein könnte, träfe dies für die Bürger im Amtsbereich Lütjenburg – fernab der Bahnlinie – keinesfalls zu, heißt es weiter. Die Bürgermeister befürchten im Gegenteil Nachteile, weil die Bahnlinie die Fahrgastzahlen der Verkehrsbetriebe des Kreises Plön (VKP) beeinflussen werde. Das führe entweder zur Ausdünnung im Busliniennetz oder zu steigenden Kosten. „Doch der Einsatz von Steuergeldern bedarf der Abwägung, ob die Maßnahme dem Allgemeinwohl dient oder nicht“, heißt es weiter.

 Jetzt kommen noch Fledermäuse und Brutplätze ins Spiel

 Die Unterzeichner plädieren dafür, statt Millionen in ein „riskantes und unwirtschaftliches Projekt zu stecken oder zumindest hoch spekulativ zu verplanen“, die Gelder besser zur Optimierung des Busliniennetzes im Kreis Plön sowie im Kieler Umland oder zur Sanierung bestehender, vielfach maroder Bahnstrecken und -brücken zu verwenden.

 Für neue Diskussionen in der Probstei sorgte die überraschende Ankündigung von Staatssekretär Frank Nägele, nun doch noch einmal zusätzliche Haltepunkte in Passade und Fiefbergen zu prüfen. „Wir empfinden das als Hinhaltetaktik“, sagt Passades Bürgermeisterin Annette Blöcker. Obwohl sie persönlich sich einen Haltepunkt in Passade wünschen und bei einer Planungsänderung in der Gemeinde neu über die Reaktivierung diskutiert würde, rechne sie nach einer Anfrage bei der Landesweiten Verkehrsservicegesellschaft (LVS) nicht damit.

 Ihr sei mitgeteilt worden, dass eine Änderung des Fahrplankonzepts erhebliche Umplanungen erforderlich machen würde. Weitere Stationen würden bedeuten, dass sich die Triebwagen statt in Schönberg in Fiefbergen begegnen und dann statt in Schönberg in Fiefbergen ein Kreuzungsbahnhof gebaut werden müsste. Die LVS stellte aber auch klar, dass die Gemeinde für eine Station nichts bezahlen müsste. Die Gemeindevertreter wollen jetzt in einer Resolution ein Planfeststellungsverfahren fordern.

 Das hat die Gemeindevertretung Probsteierhagen bereits im Sommer 2013 getan. Jetzt fordert sie zusätzlich eine Umweltverträglichkeitsprüfung, weil Teile des Ortes und vor allem die Bahnbrücke über die Hagener Au Fledermausgebiet seien und weil sich im Bereich des Hagener Moores zudem Ruhe- und Brutplätze besonderer Vogelarten befänden. Die Gemeindevertretung folgte außerdem einem SPD-Antrag, zur nächsten Sitzung Vertreter der LVS einzuladen. (ago/chr)

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