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Gettorf

Schock für Sparclub: Geld ist weg

Von Burkhard Kitzelmann

Helle Aufregung bei einem Gettorfer Sparclub: Als die Mitglieder am Donnerstag erwartungsfroh zum Auszahlungstermin kamen, mussten sie erfahren, dass der Sparclub-Vorsitzende das von ihnen angesparte Geld angeblich verspekuliert hat. Es soll sich um eine Summe im fünfstelligen Bereich handeln.
Foto: Die Sparclub-Mitglieder befürchten, dass ihr Geld futsch ist (Symbolbild).

Die Sparclub-Mitglieder befürchten, dass ihr Geld futsch ist (Symbolbild).

© Hans-Jürgen Schekahn

Gettorf. Gegenüber KN-online räumte der Vorsitzende gestern die gegen ihn erhobenen Vorwürfe ein. Er sicherte zu, dass die Mitglieder „in 14 Tagen“ ihr Geld bekommen würden. Eine 35 Jahre alte Hausfrau, die beim geplatzten Auszahlungstermin dabei war, bangt nach eigenen Angaben um einen Sparbetrag von 180 bis 200 Euro. „Glücklicherweise habe ich in den vergangenen zwölf Monaten weniger gespart als sonst“, sagte sie gestern den KN. Ihren Angaben zufolge hat der vor rund sechs Jahren gegründete Sparclub 43 Mitglieder, von denen am Donnerstag knapp 30 erschienen seien, um ihr gespartes Geld in Empfang zu nehmen.

Kurz vor dem Auszahlungstermin soll der Vorsitzende seine Stellvertreterin darüber informiert haben, dass er die Spargelder „verspekuliert“ habe. „Unsere zweite Vorsitzende war fix und fertig und hat mit den Tränen gekämpft, als sie uns sagen musste, was Sache ist“, so ein 53 Jahre altes Mitglied gegenüber den KN. Er selbst sei Hartz-IV-Empfänger, und es tue ihm „sehr, sehr weh“, dass er die von ihm angesparten 400 bis 450 Euro nicht bekommen habe. Wie er sagte, seien viele Sparclub-Mitglieder Rentner, die sich das Geld „von den Knochen absparen müssen“. Etliche Mitglieder seien verzweifelt und traurig, weil sie jetzt kein Geld hätten, um Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Besonders betroffen soll auch eine Frau sein, die am Dienstag 40 Jahre alt wurde und das angesparte Geld angeblich fest für eine größere Geburtstagafeier an diesem Wochenende eingeplant hatte.

Laut-Sparclub-Satzung muss jedes Mitglied wöchentlich mindestens drei Euro in das Sparfach werfen. Ansonsten werden Strafgelder fällig. Jeweils mittwochs wurden die Sparfächer geleert. „Das machen der erste und die zweite Vorsitzende gemeinsam“, sagte eine Sparerin. Die zweite Vorsitzende soll sich angeblich darauf verlassen haben, dass der Vorsitzende die wöchentlichen Sparbeträge auf das Konto bei der Sparkasse einzahlt.

Der Vorsitzende, der dieses Amt nach eigenen Angaben seit zwei Jahren inne hat, brachte das Geld jedoch nicht zur Sparkasse, sondern benutzte es, wie er einräumte, für spekulative Geschäfte. Es soll sich, wie er sagte, um rund 13000 Euro von Sparclub-Mitgliedern sowie auch um eigenes Geld gehandelt haben. „Ich hab’ mich da von jemandem blenden lassen und bin auf die Nase gefallen“, sagte er. Wie er das Geld „verspekuliert“ habe, wollte er nicht verraten.

Wann wurde ihm bewusst, dass das ihm anvertraute Geld nicht mehr da ist? „Ich hab’ das vor gut zwei Wochen erfahren“, sagte der Vorsitzende. Warum hat er nicht sofort seine Stellvertreterin verständigt? „Weil ich gehofft hatte, dass bis zum Auszahlungstag noch alles in Ordnung kommt und das Geld wieder auftaucht.“

Zwei Sparclub-Mitglieder kündigten gestern an, dass sie am Montag bei der Polizei in Gettorf Anzeige erstatten wollen. „Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass die Mitglieder sauer auf mich sind“, sagte der Sparclub-Vorsitzende. Er werde dafür sorgen, dass alle Sparer in 14 Tagen ihr Geld bekommen.

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