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Rendsburg 13 neue Stolpersteine
Lokales Rendsburg 13 neue Stolpersteine
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15:23 12.08.2013
Von Malte Kühl
Gunter Demnig verlegt in der Prinzessinstraße einen Stolperstein für das KPD-Mitglied Ernst Friedrich Meggers. Quelle: Malte Kühl
Rendsburg

Die Geschichte der Opfer hat Matthias Lauer herausgearbeitet. Der junge Rendsburger absolviert zurzeit ein freiwilliges Bildungsjahr im Jüdischen Museum in der Prinzessinstraße. Die Idee zur Recherche über Opfer des Nationalsozialismus bekam er bei Stadtführungen zur NS-Zeit in Rendsburg, die er selbst angeboten hat, sagt Matthias Lauer. Von dem Vorschlag war Museumsleiter Dr. Christian Walda begeistert.

Der erste Stein, den Künstler Gunter Demnig am Montag früh verlegte, ist Ernst Friedrich Meggers gewidmet. Meggers wohnte in verschiedenen Straßen in Rendsburg. Der Kölner setzte den Gedenkstein in das Pflaster vor dem Wohnhaus in der Prinzessinstraße 21 im Neuwerk.

Der Arbeiter war von 1910 bis 1930 Mitglied der Rendsburger SPD, dann schloss er sich der KPD an. 1933 wurde Meggers in sogenannte Schutzhaft genommen. „Für die NSDAP galt Meggers als die Seele der KPD Rendsburg“, sagt Matthias Lauer. Später wurde er ins Konzentrationslager verschleppt. Ernst Friedrich Meggers verstarb am 16. Januar 1942 im KZ Dachau.

Aber nicht nur politische Gegner wurden verfolgt und deportiert. Auch Zeugen Jehovas standen auf der Liste der Nationalsozialisten. Der Tischler Hermann Wiese wurde wegen seines Glaubens und seiner pazifistischen Einstellung verfolgt, deportiert und in Sachsenhausen ermordet. Ihm ist ein Stein in der Fockbeker Chaussee 54 gewidmet.

24 Stolpersteine erinnern nach Angaben des Jüdischen Museums bereits in Rendsburg an verfolgte Juden. Gestern wurden weitere elf Steine in Rendsburg, sowie in Büdelsdorf und einer in Schacht-Audorf gesetzt. Bundesweit hat Demnig über 35000 Steine verlegt, die an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern.

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