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Rendsburg 150 Bürger diskutieren über B-Plan 27
Lokales Rendsburg 150 Bürger diskutieren über B-Plan 27
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13:48 29.10.2018
Gut 150 Molfseer kamen, um über die Bebauung am Catharinenberg zu sprechen. Quelle: Sven Janssen
Molfsee

„Zielorientiert zu einer gemeinsamen Lösung im Interesse aller Beteiligten“ - so lautete das Motto der Veranstaltung in der Sporthalle der Grundschule Eidertal Molfsee, zu der die Kommunalpolitik der Gemeinde am Freitagabend eingeladen hatte. Im Fokus stand dabei die geplante Bebauung im Bereich des B-Plans 27 Catharinenberg. Mehr als 150 Interessierte waren gekommen, zielorientiert wurde zwar nicht immer diskutiert, aber ein Großteil der Debatten unter Moderation des Bordesholmer Architekten Werner Schmidt blieb sachlich, kompetent und machte Hoffnung auf eine Lösung, mit der vielleicht alle zufrieden sind.

Zur Vorgeschichte: Seit weit über einem Jahr wird in Molfsee über die geplante bauliche Entwicklung der Fläche diskutiert. Laut Ortsentwicklung – und laut gültigem B-Plan – ist dort Wohnbebauung erwünscht. Die Firma G 2 Grundstücksverwaltungsgesellschaft hat entsprechende Pläne vorgelegt, die jedoch nicht allen Anwohnern gefielen. Daraufhin wurde zwar schon nachgebessert, aber die Politik fällte überraschend eine neue Entscheidung: Der Bauausschuss stoppte die weitere Planung, um erneut mit den Anwohnern in die Diskussion einzutreten. Mitinitiator war Thiemo Lüeße (SPD), der die Veranstaltung eröffnete: „Wir hatten den Eindruck, dass die Betroffenen nicht das Gefühl hatten, gehört worden zu sein.“ Genau das solle sich ändern, so Lüeße. Er betonte: „Alle Fraktionen befürworten eine bauliche Veränderung auf der Fläche.“

Karten für Fragen werden verteilt

Vor der Versammlung waren Karten verteilt worden, jeder hatte die Möglichkeit, seine Fragen dort zu formulieren, die Karten beim Moderator abzugeben – dann erfolgte der Aufruf. Diese Möglichkeit nutzte auch Dierk Pelny, Anwohner im Eiderwiesenweg und Sprecher der Interessengemeinschaft. „Es ist gut, dass wir in den Dialog treten und dass wir einen Kompromiss finden wollen. Ich habe ein Recht zu sagen, was mir gefällt, bei dem beschleunigten Verfahren ist vieles untergegangen“, erklärte Pelny. Dazu gehöre unter anderem die plötzliche Erhöhung der Wohneinheiten von 44 auf mehr als 60. „Mir fehlte da die Transparenz“, kritisierte er und wünschte sich eine frühere Bürgerbeteiligung. Er betonte: „Wir kriegen es gemeinsam hin.“

Gerd Haase war ebenfalls nicht „gegen das Bauprojekt, aber gegen die Höhe der hinteren Gebäude“. Er wünscht sich eine Reduzierung der Bauhöhe. Das sah Anwohnerin Katja Pelny ebenso: „Die Gebäude hinten sollten nur sechs Meter hoch sein“, forderte sie genau wie Haase.

Einen anderen Aspekt führte Sylvia Haase-Bornhöft an: die Schulwegsicherung im Eiderwiesenweg. Sie befürchtet, dass durch das erhöhte Verkehrsaufkommen die Schulkinder dort gefährdet werden könnten. Inzwischen wurde ein Verkehrsgutachten erstellt, allerdings ist es noch nicht veröffentlicht worden. Für Haase-Bornhöft steht fest, dass es nur über die L 318 Zu- und Abfahrten zu dem Wohngebiet geben sollte.

Es gibt auch Zustimmung

Doch nicht nur Kritik wurde laut, auch Zustimmung für die Bebauung wurde offen ausgesprochen. Unter anderem von Karin Hinz: „Seit 35 Jahren wohne ich in Molfsee und ich möchte hier bleiben. Ich bin sehr erfreut darüber, dass dort Miet-Wohnraum entsteht, denn ich gehöre zu denjenigen, denen langsam das Grundstück einfach zu groß wird. Ich hoffe, sie können sich einigen auf diesem tollen Gelände, das so zentral liegt.“ Diese Hoffnung hat auch Martin Lätzel, Sprecher der Grünen in Molfsee. „Uns ist dieses Treffen wichtig, um uns ein Bild machen zu können. An Alternativlosigkeit glaube ich nicht, es gibt nicht nur die Zufahrt über die L 318 und es gibt nicht kein Befahren des Eiderwiesenwegs“, betonte Lätzel und wandte sich an die Experten in Sachen Bau: Bauamtsleiter Peter Krebs und Stadtplaner Oliver Kühle.

Krebs: „Die Pläne sind bereits weiter als die Bürger mitbekommen haben, unter anderem wurde dort bereits ein Gehweg komplett geplant, der kann vor oder hinter den Stellplätzen entlang führen.“ Auch Kühle hatte Ideen: „Planerisch kann ich mir vorstellen, den Eiderwiesenweg im hinteren Teil beispielsweise zu sperren. Auch muss der Landesbetrieb Straßenbau natürlich einer Zufahrt über die Landesstraße zustimmen“, gab er zu bedenken. Auch ein Kompromiss in Sachen Stellplätze sei denkbar, ebenso wie eine weitere Optimierung der Abstände im hinteren Bereich.

Investoren melden sich zu Wort

Die Investoren Elke und Lars Glindemann hörten gemeinsam mit ihrem Architekten Dieter Hellwig zu, Elke Glindemann meldete sich am Ende zu Wort: „Als wir uns entschieden, diese Fläche zu planen, sind wir ganz simpel rangegangen und haben den alten B-Plan teilweise übernommen. Dann ging es in die weitere Planung und es wurde schon Geld in die Hand genommen, dann wurde wieder gestoppt. Die Gespräche jetzt hätten wir am Anfang führen müssen“, betonte sie und bekam Applaus. Ähnlich sah es Sohn Lars. „Ich wohne seit 47 Jahren in Molfsee, der Platz dort kann so nicht bleiben. Dass es unterschiedliche Meinungen und Betroffenheiten gibt ist klar, eine gute Kommunikation ist uns wichtig.“

Der B-Plan 27 bleibt in der Debatte – der Austausch von Meinungen, Wünschen und persönlicher Betroffenheit gelang. Nun geht es an die Umsetzung, um das Ziel, die Bebauung der Fläche am Catharinenberg zu erreichen.

In der Sporthalle der Grundschule Eidertal Molfsee ist am Freitagabend bei einem Bürgerdialog über die geplante Bebauung im Bereich des B-Plans 27 Catharinenberg diskutiert worden. 

Von Sorka Eixmann

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