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Rendsburg Comedy und nackte Brust
Lokales Rendsburg Comedy und nackte Brust
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18:38 24.01.2016
Von Veronika Sawicki
Die Sänger vom Schwulen Männerchor Hamburg, Schola Cantorosa, entblößten ihre Oberkörper bei einem Stück aus ihrer neuen Vampir-Show. Quelle: Veronika Sawicki
Rendsburg

„Wir lassen uns heute überraschen. Ich kenne das noch nicht“, sagte Besucherin Annika Harder aus Schülp am Freitag. Die 25-Jährige hatte Karten zu Weihnachten geschenkt bekommen und genoss die Darbietung mit Familie und Freunden. „Diese Veranstaltung hat Kult-Charakter“, waren sich hingegen die Eheleute Erika und Ingo Ohrt aus Schacht-Audorf einig. Ihnen gefalle der besondere Mix und dass es immer neue Nachwuchstalente zu sehen gebe.

 Eines dieser Nachwuchstalente ist Faisal Kawusi aus Frankfurt. Wenn der junge Mann die Bühne betritt, sieht es zunächst noch gar nicht nach Comedy aus. Der hünenhafte Deutsch-Afghane guckt grimmig und erklärt: „So hat mein Vater geguckt, als ich gesagt habe, dass ich mein Geld jetzt mit Comedy verdienen werde.“ Das Publikum lacht, er fährt mit Witzen zu seiner Nationalität fort. Ethno-Comedy nennt man das.

 Im Kontrast dazu steht der Schwule Männerchor Hamburg, Schola Cantorosa. Rund 30 Sänger verzücken das Publikum mit Stücken aus ihrer neuen Vampir-Show und einer selbst entworfenen Choreografie. Am Ende lassen sie sogar die Hüllen fallen und entblößen ihre nackten Oberkörper, die Fledermaus-artige Capes schmücken. Freudige Ausrufe ertönen aus den Zuschauerreihen.

 Solche Gegensätze ziehen sich durch die gesamte Reiner-Palkus-Show, denn das ist das Konzept: „Die Leute wollen das so – jedes Mal etwas anderes“, sagt Organisator und Namensgeber Reiner Palkus. Lediglich die Band Ageless, die Stücke von Abba bis Daft Punk spielt und die After-Show-Party musikalisch begleitet, ist seit 20 Jahren ein treues Gefolge.

 Mit seiner Hobby-Show startete der ehemalige Telekom-Techniker einst im Büdelsdorfer Bürgerhaus vor 80 Zuschauern. Weil das irgendwann aus allen Nähten platzte, wechselte er im Jahr 1997 nach Rendsburg. Mittlerweile präsentiert Palkus an zwei aufeinander folgenden Tagen in Zusammenarbeit mit diversen Agenturen immer wieder neue Acts aus ganz Deutschland.

 Der Erfolg gibt ihm Recht: Am Freitag wurden knapp 450 Karten verkauft, am Sonnabend rund 850. „In diesem Jahr sind es aber knapp 300 Besucher weniger als sonst“, beklagte der 65-Jährige. Das sei ärgerlich fürs Portemonnaie, und er wisse nicht, woran es liegen könnte.

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