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Rendsburg Abriss-Riese will Betonsilo fällen
Lokales Rendsburg Abriss-Riese will Betonsilo fällen
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19:08 12.04.2012
Die Kontergewichte werden am Heck des Abriss-Baggers montiert. Quelle: Foto Rohde
Eckernförde

In sieben Schwertransporten traf am Donnerstag das Ungetüm aus Holland in Eckernförde ein. Zwei rote Wille-Teleskopkräne sind erforderlich, um die Einzelteile zu montieren. Beobachtet wird das Spektakel auch von Steve Vale, dem Europa-Korrespondent des Earthmovers, einem internationalen Magazin für Baumaschinen. Mehrere Millionen Euro koste so ein Bagger von Euro Demolition, sagt Vale, während seine Kamera klickt. Eckernförde sei für diese Maschine erst ihr dritter Job.

 Das 70 Tonnen schwere Grundgerät des Longfront-Baggers ruht auf zwei Kettenlaufwerken, die allein je 30 Tonnen auf die Wage bringen. Seinen Ursprung aus dem Minenabbau kann der HRD 88 nicht verleugnen. Doch die Caterpillar-Basis wurde komplett modifiziert und vergrößert. Sie muss den mächtigen, 70 Tonnen schweren Ausleger mit zwei Teleskopsektionen tragen, der durch Kontergewichte ausbalanciert wird. Das Silo ist eigentlich keine Höhe für den Abriss-Riesen. Doch lässt sich durch die Ausleger-Länge ein Sicherheitsabstand wahren, damit beim Abbruch keine Betonteile auf den Bagger fallen können.

 „Mit zwei Mann fahren wir die Maschine“, sagt Baggerchef Dirk Bos. Drei werden für den Aufbau benötigt, der allein acht bis neun Stunden in Anspruch nimmt. Noch diese Woche soll der kleinere Silobehälter abgerissen werden. Anfang kommender Woche folgt der Abbruch des großen Doppelsilos. Der ist bis zum 27. April terminiert. Dann ist das Silo bis auf rund zehn Meter Höhe abgetragen. „Den Rest erledigen wird selbst“, sagt Holger von Bargen, Geschäftsführer der mit dem Abbruch beauftragten Firma ATR.

 In Deutschland gibt es derzeit keine Abrissbagger, die die 50 Meter übersteigen. So musste auf das holländische Gerät zurückgegriffen werden. Mit der Kraft von 500 Tonnen wird die Schere am Auslegerarm den Beton Stück für Stück zerknacken. Am Ende, wenn das 7000 Quadratmeter große Gelände geräumt ist, werden laut von Bargen insgesamt 10000 Tonnen Betonschutt angefallen sein, der im Straßen- und Wegebau wieder Verwendung finden wird.

 Der Abriss des Silos war notwendig geworden, nachdem die Raiffeisen HaGe ein neues Gelände am nördlichen Stadtrand von Eckernförde bezogen hatte. Auf dem bisherigen Areal des Getreidehandels soll nun das Stadtumbau-Projekt Nooröffnung verwirklicht werden.

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