Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Rendsburg Finger weg vom Tiernachwuchs
Lokales Rendsburg Finger weg vom Tiernachwuchs
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 06.03.2019
Jungtiere wie dieses Rehkitz brauchen Ruhe. Quelle: eix
Flintbek

Rene Hartwig ist Assistent der Geschäftsführung beim Landesjagdverband mit Sitz in Flintbek. Der Jäger und Hundeführer kennt die Probleme für den tierischen Nachwuchs. „Wildtiere halten sich besonders gern im Dickicht der Wälder, Knicks und Feldhecken oder im hohen Gras auf. Es ist daher unbedingt notwendig, diese Ruhezonen zu meiden und die Wege nicht zu verlassen”, appelliert Hartwig an Spaziergänger. Vor allem frei laufende Hunde können eine Gefahr für trächtige Tiere, Jungtiere und brütende Vögel sowie deren Nachwuchs darstellen. „Vierbeiner sollten deshalb in diesen sensiblen Bereichen an die Leine. Im Wald herrscht sowieso landesweit Leinenpflicht“, führt er aus, wenn Hunde wildern können die Halter empfindliche Geldstrafen erhalten, „Hunde können sogar entzogen werden.“

Wildschweine verteidigen ihren Nachwuchs vehement

Dabei denkt Hartwig auch an die Hunde, denn: „Wenn Bachen mit ihren Frischlingen unterwegs sind und dabei von einem Hund gestört werden, kann es schnell gefährlich werden. Ein Wildschein verteidigt ihren Nachwuchs vehement, wenn sie ihn in Gefahr sieht“, weiß Hartwig. Natürlich muss man auch über Krankheiten von Wildtieren sprechen: Ob Parasiten, Hasenpest oder Hirschlauskäfer, „Wildtiere sind nun mal nicht geimpft.“

Der Wildtiernachwuchs ist ebenfalls Experte, und zwar im Tarnen und Täuschen. So sind Frischlinge, Junghasen, Rehkitze oder auch Entenküken nahezu unsichtbar, wenn sie bei Gefahr regungslos verharren. Feldhasenmütter beispielsweise lassen ihren Nachwuchs sogar die meiste Zeit des Tages allein und suchen ihn nur zwei Mal am Tag auf, um ihr mit fettreicher Milch zu versorgen. „Die Tiere wirken vermeintlich allein, sind es aber nicht. Das ist ein erfolgreicher Schutz vor Fressfeinden wie dem Fuchs“, betont Rene Hartwig in dem Zusammenhang. Sein Hinweis: Nicht anfassen und schnell weggehen. „Haben Jungtiere den Geruch des Menschen angenommen, werden sie oftmals von den Elterntieren verstoßen und verhungern schlimmstenfalls.“ Im Zweifelsfall sollten Naturliebhaber die Polizei oder einen Jäger informieren.

Wildtiere brauchen Ruhe - immer

Für Hartwig ist eines wichtig: „Wir möchten in der Bevölkerung ein Bewusstsein schaffen, dass Wildtiere immer Ruhe brauchen. Hundehalter müssen daher Verantwortung für ihre Tiere tragen.“ In dem Zusammenhang weist Hartwig auf den Begriff Jagdschutz hin. „Der Jagdschutz umfasst den Schutz des Wildes insbesondere vor Wilderern, Futternot, Wildseuchen und vor wildernden Hunden und Katzen. Damit wird das Recht nach Paragraf 21 eingeräumt, wildernde Hunde und Katzen zu töten.“ Für ihn steht fest: „Das will keiner, daher sollten Hundehalter auf ihre Tiere aufpassen.“

Von Sorka Eixmann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der UWB-Antrag, Tempo 30 in ganz Bordesholm anzuordnen, hat ein großes Echo ausgelöst – die Verkehrsaufsicht des Kreises Rendsburg-Eckernförde ist aber skeptisch, ob ein generelles Limit überhaupt genehmigt werden kann.

Frank Scheer 05.03.2019

50 Kunstobjekte können ab dem 1. Juni entlang des Seerundwegs in Bordesholm aufgestellt werden. Für das Projekt „See & Art“ sucht der Kulturverein Bordesholmer Land (KVBL) ab sofort Künstler jeglicher Couleur – vom Profibildhauer bis zu kompletten Schulklassen.

Sven Tietgen 05.03.2019

Vor einer Sanierung wollen die Gemeindevertreter in Bredenbek den Ranzeler Weg selbst in Augenschein nehmen, um den Zustand des rund 600 Meter langen Teilstückes von der Kieler Straße Richtung Ranzel zu beurteilen. Einen Fachmann mit der Prüfung zu beauftragen, lehnte die Gemeindevertretung ab.

Sven Janssen 05.03.2019