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Rendsburg Auf der Suche nach Bauland
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17:43 08.09.2015
Die Gemeinde Bordesholm hat derzeit keine Flächen, auf denen eine zusammenhängende Bebauung mit Einfamilien- oder Doppelhäusern erfolgen kann. Der Veranstaltungsplatz könnte als Baugebiet an oberster Stelle einer Prioriätenliste stehen. Quelle: Frank Scheer
Bordesholm

Die Zeit drängt für den Ort wohl auch, um den Anschluss gegenüber anderen Kommunen im ländlichen Raum nicht zu verlieren. Glasfasernetz, Oberstufe an der Gemeinschaftsschule und Umbau des Zentrums – die Infrastruktur ist in den vergangenen Jahren ausgebaut worden. Aber die Nachfrage nach Bauland für junge Familien kann der Ort zurzeit nicht erfüllen. Die Einwohnerzahl ist von 2008 bis 2012 von 7500 auf 7300 zurückgegangen. In einer im Sommer veröffentlichen Bertelsmann-Studie wird für Bordesholm ein weiterer Rückgang bis 2030 um zehn Prozent prognostiziert. Düstere Aussichten also.

 Die gesetzlich vorgeschriebene Aufstellung einer Innenbereichssatzung, in der Baulücken im Ort ermittelt werden, lieferte auch keine rosigen Nachrichten. Vielleicht zehn bis 20 Bauplätze, weil viele Eigentümer ihr Land nicht zur Verfügung stellen. Das bestätigte auch Bürgermeister Helmut Tiede. Er machte keinen Hehl daraus, dass er die Bebauung des gemeindeeigenen Veranstaltungsplatzes an der Landesstraße 318 favorisiere. Gut zwei bis drei Hektar könnten dort geschaffen werden. „Da finden kaum mehr Veranstaltungen statt, vielleicht mal der Zirkussommer“, so Tiede. Aber der Bereich gehört mit zum Grüngürtel, der den Ort einrahmt. Die Stange-Koppel gehört trotz der Immissionsproblematik für ihn ebenfalls zum engen Kreis. Davon, dort auch Gewerbe anzusiedeln, wie es sein Stellvertreter Ronald Büssow (SPD), vorgeschlagen hat, hält der Bürgermeister gar nichts.

 „Eine Strategie ist in Bordesholm nicht zu erkennen“, kritisierte SPD-Fraktionschef Büssow. Man dürfe jetzt keine Zeit verlieren. Er könnte sich vorstellen, dass die SPD den im Kommunalwahlprogramm verankerten Schutz des Grüngürtels etwas aufweichen könnte. Der löchrige Platz, der von den Reitern nicht mehr genutzt wird und eher Hundeauslaufareal ist, biete sich förmlich fürs Wohnen an. „Wir sollten umgehend einen Planer beauftragen, der uns für den Festplatz und die Stange-Koppel eine Konzeption mit der Anzahl der möglichen Bauplätze und einen Zeitplan aufstellt.“ Zudem müsste sich die Gemeinde aus seiner Sicht auch Gedanken um den sozialen Wohnungsbau machen. Die 76 Eigentumswohnungen hinter dem Rathaus und Neubaugebiete würden die Probleme, die auf dem Wohnungsmarkt immer größer würden, nicht lösen können. „Der Markt ist wegen der Unterbringung von Flüchtlingen derzeit so gut wie leergefegt.“ Helmut Tiede geht davon aus, dass die Prioritätenliste für Bauland im Herbst auf einer Sondersitzung beschlossen wird.

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