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Rendsburg Deutschland-Achter verliert gegen USA
Lokales Rendsburg Deutschland-Achter verliert gegen USA
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17:09 23.09.2018
Von Sonja Paar
Der Deutschlandachter muss sich geschlagen geben. Quelle: Sonja Paar
Rendsburg

Es ist das härteste Ruderrennen der Welt. Das wissen die Athleten, die sich am Sonntag gegen Mittag in der Lobby des Hotel Consulgarten sammeln, um gemeinsam zum Startbereich des Rendsburger Kanal Cups zu fahren. Die besten Ruderer der Welt sitzen etwas blässlich zusammen. Vor einer Woche sind sie in Bulgarien bei der Weltmeisterschaft gegeneinander angetreten. Doch am Sonntagmittag zieht sich Felix Wimberger aus dem Deutschlandachter die Kopfhörer auf die Ohren und mag nicht an die Distanz denken, genau wie seine Mannschaftskollegen. 2000 Meter ist ihre gewohnte Rennlänge der Doppelweltmeister. In Rendsburg sind es 12,7 Kilometer. „Und wie schnell wir fahren müssen, das bestimmt der Zweitbeste, den man nicht überholen lassen will“, sagt Martin Sauer. Das Tempo am Start ist für die Weltmeister genauso hoch, wie bei ihrer Sprintstrecke. Rund 34 Schläge pro Minute machen sie und sie wissen, ab Kilometer Zwei tuts weh. „Da ist jeder bereit für seinen Vordermann alles zu geben und zu ziehen, sonst kannst du hier nicht gewinnen“, weiß Sauer. Rendsburg ist die einzige veritable Langstrecke in der Qualität. Neben den Weltmeistern aus Deutschland treten die Olympiasieger 2016 aus Großbritannien an, die Niederlande als Vize-Europameister 2018 sind dabei und die Vize-Weltmeister aus den Vereinigten Staaten.

Drei Tage lang Programm

„Wir versuchen den Cup immer eine Woche nach den Weltmeisterschaften zu veranstalten, damit die Teams einfach zu uns kommen können“, sagt Cup Organisator Florian Benrdt. Sein Vater hat vor 18 Jahren den ersten Cup organisiert. Damals wollte der Rendsburger Senator Jochen von Allwöhrden die Kanalregion zu beleben. Wolfgang Berndt war selbst auf nationaler Ebene hunderte Ruderrennen gerudert und Vorsitzender des Rendsburger Rudervereins. Die Schleswag AG war schnell als Sponsor gefunden und ist auch nach 18 Jahren und drei Umfirmirungen als SH Netz als Hauptsponsor dabei. Jahr für Jahr stellen die Berndts ein drei Tageprogamm mit Triathlon, Drachenbootrennen und Schülercup im Kreishafen auf die Beine. Uta Glöe (69) ist ebenfalls jedes Jahr mit dabei, war selbst aktive Ruderin und hat die Fahnen der vier Nationen in der Hand. „Das ist doch ein tolles Event hier in Rendsburg, das lasse ich mir nicht entgehen“, sagt sie. Das mit dem beleben der Kanal-Region klappt also auch 18 Jahre nach dem ersten Kanal Cup.

Deutschland darf Startbahn wählen

Die internationalen Teams kommen gerne nach Rendsburg. Auch wenn die Strecke eine Qual ist und man sich bei dem Prestigerennen keine Blöße geben will. Beim Ergometer-Ruder auf einer virtuellen 500 Meter Strecke hatte der Deutschlandachter am Freitag, als der Wind pustete und es waagerecht regnete den ersten Platz gemacht und konnte sich somit die Startbahn aussuchen. Da der Kanal eine leichte Linkskurve macht, wählt das Weltmeisterteam die Innenbahn und geht gleich nach dem Start eine halbe Bootslänge in Führung. Die Engländer sind nah dran, die Jury muss mehr als einmal korrigieren weil sich die Boote mit den Ruderblättern fast berühren. „Zieht Leute, die packen wir“, schreit Martin Sauer im Deutschlandachter und sieht nur die Engländer. Die Amerikaner nutzen den kräftezehrenden Zweikampf der Konkurrenten und gehen im letzten Drittel der Strecke in Führung. Die Deutschen kommen nicht mehr heran und müssen sich mit einem zweiten Platz zufrieden geben. Wie er das denn finden würde, wird Hannes Ocik im Ziel gefragt. „Scheiße natürlich“, sagt er und die Menschenmenge am Kanal lacht. Die Amerikaner geben derweil Interviews und feiern ihren Triumpf am Ende der Saison. Natürlich wollen sie auch im kommenden Jahr wieder in Rendsburg dabei sein und gewinnen.

Hier sehen Sie weitere Bilder vom Canal-Cup in Rendsburg.
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