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Rendsburg Helmut Berger: Abschied nach 32 Jahren
Lokales Rendsburg Helmut Berger: Abschied nach 32 Jahren
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09:25 21.04.2018
Von Frank Scheer
Nach 32 Jahren wird Helmut Berger (76), hier mit Terrier Fritzi, kürzer treten. Auf der Kandidatenliste steht der FDP-Gründer nur noch auf Platz sechs. Quelle: Frank Scheer
Bordesholm

Wer für die Kommunalpolitik in Bordesholm nichts übrig hat, aber gerne Skat kloppt, der kennt mit allergrößter Wahrscheinlichkeit Helmut Berger. Der mittlerweile 76-Jährige initiierte vor 32 Jahren mit seinem Parteifreund Jens Ruge das jährliche Event kurz vor Silvester. Der 33. Jahresabschluss-Skat in acht Monaten wird als Organisator sein letzter sein. Und nach der Wahl im Mai wird Berger nach 32 Jahren als Gemeindevertreter kürzer treten.

Auslöser sind zwei schwere Erkrankungen gewesen. „Mir geht es wieder hervorragend. Aber so etwas lässt einen nachdenken.“ Dass Berger Politiker mit Leib und Seele ist, merkt man am Zusatz. „Nachdem meine Nachfolge in der FDP mit Thorsten Bretzke und Tina Schuster geregelt war, fiel es mir dann leichter.“ Mit einem Essen verabschiedete sich Berger, der leidenschaftlicher Tischtennisspieler ist und in einer Gruppe den Gesellschaftstanz mit Ehefrau Brigitte pflegt, in dieser Woche von langjährigen Weggefährten. Neben dem ehemaligen Bürgermeister Eberhard Grünz ließ es sich auch Wirtschaftsminister Bernd Buchholz, den Berger seit Jahrzehnten kennt, nicht nehmen, dabei zu sein und Danke zu sagen.

Der Startschuss für das kommunalpolitische Ehrenamt

Als 1985 die Straßenzüge Grüner Weg und Haidbergstraße durch Poller getrennt wurden, und die durch Verkehr stärker belasteten Anlieger sauer waren, machte sich der Diplom-Betriebswirt, der mit seiner vierköpfigen Familie seit Beginn der 1970er-Jahre in Bordesholm lebt, zu ihrem Sprecher. „Die Gemeinde behandelte mich wie einen dummen Jungen. Das hat mich so gereizt, und der Startschuss für das kommunalpolitische Ehrenamt war gefallen.“ 1986 gründete er die FDP, die sich nach dem Wechsel des späteren SPD-Fraktionschefs Franz Rohwer und Gefolge zu den Sozialdemokraten 1982 aufgelöst hatte.

Helmut Berger, der immer die Verschuldung, mittlerweile 6 Millionen Euro, und Steuergeldverschwendung angeprangert und sich den Beinamen „finanzpolitisches Gewissen“ erarbeitet hatte, war oft Einzelkämpfer. „Ich hasse Unrecht und kann dann penetrant sein. Dabei überziehe ich sicher mit verbalen Attacken, aber ich hasse Inkompetenz.“ Und die sieht er bei vielen vergangenen Projekten: der Fehlkauf der Stange-Koppel, die den Etat mit 800000 Euro belastet, die Probleme beim Umbau der Ost-West-Achse und zuletzt die offensichtlichen Planungsfehler im Zentrum. Sein Ziel war immer, das auch öffentlich zu machen. Dass Verantwortliche nie dafür zur Rechenschaft gezogen wurden, stört ihn.

Stolz ist Berger darauf, dass die FDP im Ort meistens besser als der Trend war – sicherlich auch mit sein Verdienst.

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