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Rendsburg Schimmel machte Familie wohnungslos
Lokales Rendsburg Schimmel machte Familie wohnungslos
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10:00 23.06.2018
Von Torsten Müller
Sie haben ihre Wohnung in Kronshagen verloren: Coovi Akpagbey lebt jetzt mit seiner Frau Amevi (vorn) und den Töchtern (von rechts) Daniela, Elda, Ania und Ketsya in der Flüchtlingsunterkunft in der Tegelkuhle. Quelle: Torsten Müller
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Kronshagen

Coovi Akpagbey stammt aus Togo. Bereits 1996 war er mit seiner Frau Amevi aus dem diktatorisch regierten Heimatland in Westafrika geflohen. Alle Familienmitglieder besitzen einen deutschen Pass. Der Sohn dient bei der Bundeswehr, die vier Mädchen gehen in Kronshagen auf die Gemeinschaftsschule und das Gymnasium. Der Vater arbeitet seit fünf Jahren in einem Autohaus in Kronshagen. Die Familie ist gut integriert.

Schimmel in der Wohnung löste Krankheiten aus

2005 bekam die Familie eine Erdgeschosswohnung im Hochhaus in der Bertha-von-Suttner-Straße. „Alles war in Ordnung“, sagt Coovi Akpagbey. Sieben Jahre später zog sie in eine Wohnung in den obersten 15. Stock um. Jetzt begannen die Probleme. Schimmel an Wänden in sieben Räumen führte zum Streit mit dem Vermieter. „Er ließ den Schimmel zwar beseitigen, aber der Schimmel kam immer wieder durch“, sagt er. 2016 fing seine Frau an zu husten. Der Arzt stellte Asthma fest und riet der Familie dringend zum Auszug. „Doch wir fanden keine andere Wohnung“, sagt Akpagbey. Der Gesundheitszustand der gesamten Familie verschlechterte sich. Die Mutter kann seitdem nicht mehr arbeiten und krächzt nur noch.

Räumungsklage nach Mietstreit

Der Streit mit dem Vermieter eskalierte, auch wegen hoher Nebenkosten. Auf eine Klage reagierte der Vermieter mit einer Räumungsklage. Vor Gericht gab es einen Vergleich: Der Vermieter musste die Wohnung komplett sanieren und die Familie ausziehen. Ein Gutachter stellte fehlende Dämmung an der Außenwand des Hochhauses fest: Kälte führe im Winter zur Tauwasserbildung.

Am 5. Juni kam es ganz hart: Die Wohnung wurde mit Gerichtsvollzieher und Polizei geräumt. Vor allem für die Kinder Daniela, Elda, Ania und Ketsya war das Erlebnis ein Schock. „Sie konnten nicht mehr essen und schlafen“, sagt der Vater. Um Obdachlosigkeit zu vermeiden, wies die Gemeinde die Familie in die Flüchtlingsunterkunft in der Tegelkuhle ein.

Ein Leben zwischen Stockbetten, Kartons und Plastiksäcken

Dort lebt sie jetzt verteilt auf drei schmale Zimmer zwischen Stockbetten, Kartons und Plastiksäcken sowie mit Gemeinschaftsküche und -bad – für 910 Euro im Monat. „Hier können wir nicht wohnen“, sagt Akpagbey. Nach Feierabend geht er auf Wohnungssuche, aber ohne Erfolg. „Schon vergeben“, bekommt er häufig zu hören. Die Familie wird zunehmend hoffnungsloser. „Wir kommen uns wie Luft vor. Wir sind ja keine Flüchtlinge, um die sich Leute kümmern“, sagt er.

Gemeinde hat keine freie Wohnung

Auch das Rathaus weiß derzeit keinen Rat. „Wir wollen gern helfen, wir haben aber im Augenblick keine adäquate freie Wohnung im eigenen Bestand“, sagt Bürgermeister Ingo Sander (CDU).

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