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12:28 11.03.2018
Von Sven Janssen
Liegt der Gerettete auf der Leiter, kann er von Land aus schnell zurückgezogen werden. Quelle: Sven Janssen

Auch jetzt sind vereinzelt schon Menschen auf den Eisflächen zu sehen. „Das ist absolut leichtsinnig, das Eis trägt nicht“, warnt Feuerwehrchef Michael Hamann.

Feuerwehr nutzt das Wetter

Er muss es wissen, denn seine Wehr übte nun die Rettung aus dem Eis. „Wir müssen die Chance nutzen, dass es jetzt länger kalt war, sodass wir unter realistischen Bedingungen üben können“, sagte Hamann. 28 Kameraden waren angetreten, um in drei Stationen den Ernstfall praktisch und theoretisch am Molfsee zu testen.

Trockenanzüge schützen vor dem Eiswasser des Sees. Als sich der später Verunglückte gut eingepackt mit der Spitzhacke auf den Weg macht, zeigt sich schnell, dass Hamann mit seiner Warnung recht hat. Schon am Rand bricht das Eis unter seinen Füssen. Vorsichtig geht er weiter und hackt gut zehn Meter vom Rand entfernt ein Loch in die Eisdecke und verschwindet wenige Augenblicke später darin.

Die eigene Sicherheit bleibt das Wichtigste

„In normaler Kleidung hat man, abhängig von der Konstitution, etwa sieben Minuten, bevor es kritisch wird – vorausgesetzt man kann den Kopf über Wasser halten“, erklärt der Wehrführer. Die Alarmierung der Rettungskräfte sei immer das Wichtigste. „Will man selbst helfen, muss man auf die eigene Sicherheit achten“, sagt Hamann.

Mit einer Leiter oder langen Ästen kann man das eigene Gewicht verteilen. Genauso läuft es auch beim Feuerwehreinsatz. Schnell ist der Trupp mit zwei Leitern und einer Menge Seile am Einsatzort. Die Leitern kommen mit dem Mastwurf ans Seil. Danach werden sie aufs Eis gelegt, und der Retter klettert auf einer nach vorne, schiebt dann die andere vor um darauf umzusteigen und den Vorgang zu wiederholen, bis er den Eingebrochenen erreicht hat. Der wird aus dem Wasser gezogen und auf die Leiter gelegt. Jetzt kommt es auf die Muskelkraft der Landkräfte an, die ihn am Seil mit der Leiter übers Eis zurückziehen.

Tipps für die Erste Hilfe

Bei der Ersten Hilfe gilt, den Geretteten möglichst wenig bewegen und nicht zu schnell erwärmen. „Es besteht die Gefahr, dass das Blut, dass im Eiswasser auf die wesentlichen Organe konzentriert ist, zu schnell in den Körper zurückschießt und ein Kreislaufkollaps droht“, erklärt Hamann. Besser sei es den Geretteten in Kauerstellung in Decken einzuwickeln, sodass seine eigene Körperwärme ihn langsam erwärmt.

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