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Rendsburg Unseriöse Reinigungsarbeiten an Auffahrt
Lokales Rendsburg Unseriöse Reinigungsarbeiten an Auffahrt
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06:02 15.04.2019
Die Polizei und seriöse Handwerker warnen davor, Auftrage per Handschlag an der Haustür zu vereinbaren. Quelle: Uwe Anspach
Flintbek

Die Männer hätten direkt nach der mündlichen Besprechung des Auftrags mit den Arbeiten angefangen, berichtet der Sohn der Betroffenen. „Sie haben mit einem handelsüblichen Kärcher Hochdruckreiniger, den sie an den Außenwasserhahn des Hauses anschlossen, die Fugen der Garagenauffahrt gesäubert.“ Die dabei heraus gespülte Erde sei schlicht am Rand der Auffahrt liegen gelassen worden, eine versprochene „Versiegelung“ habe es nicht gegeben.

800 Euro in bar für Arbeiten mit dem Hochdruckreiniger

Nach einer Stunde hätten die Männer seiner Mutter mitgeteilt, dass für die Arbeiten 800 Euro in bar zu zahlen seien. Die Frau habe bezahlt, kurze Zeit später seien die Männer verschwunden gewesen. Zuvor hätten sie zugesagt, am nächsten Tag für die Reinigung des Terrassendaches zurückzukommen.

Der Sohn erstattete Anzeige bei der Polizei

Als der Sohn am Abend erfuhr, was passiert war, erstattete er bei der Polizei Anzeige. „Mit der Kripo vereinbarte ich, am nächsten Morgen bei meiner Mutter im Haus zu sein und beim Erscheinen der Männer sofort die örtliche Polizeistreife zu informieren, damit diese die Identität der Männer feststellen könnte.“

Auf der Quittung war zunächst ein flascher Name angegeben

Tatsächlich seien die dubiosen Handwerker am nächsten Morgen zurückgekehrt und die Polizei habe ihre Personalien aufgenommen. Der Sohn verlangte nach eigener Aussage von den Männern zumindest eine Quittung für die bereits gezahlten 800 Euro. Er habe einen handschriftliche Beleg erhalten. „Man versuchte, uns zunächst mit falschem Namen und falscher Adresse des Quittungsausstellers zu linken.“ Dank der noch anwesenden Polizisten habe er dann eine korrekte Quittung erhalten, erklärt der Sohn.

Keine richtige Ausstattung für die Reinigung

Im Anschluss hätten die Männer noch anderthalb Stunden lang das Terrassendach gesäubert. „Meine Mutter musste ihnen mangels Ausstattung eine Leiter und ein Wischtuch zur Verfügung stellen.“ Dann hätten die Männer zügig ihren Hochdruckreiniger eingepackt und seien in einem weißen Lieferwagen davongefahren. „Es wurde sehr schluderig vorgegangen“, so der Sohn der Betroffenen. Auf eine Abnahme hätten sich die Männer nicht eingelassen.

Die Polizei ermittelt wegen des möglichen Tatbestands des Wucher

Ein Sprecher der Polizei Kiel bestätigt auf Nachfrage, dass Ermittlungen eingeleitet wurden. Der Tatbestand des Wucher werde überprüft. „Solche Geschäfte kommen immer mal wieder vor. Man kann nur davor warnen, Geschäfte an der Haustür abzuschließen. Man sollte sich immer eine zweite Meinung einholen“, so der Sprecher.

Handwerkskammer rät von Haustürgeschäften ab

„Hausbesitzer sollten bei Angeboten an der Haustür, etwa zu baulichen Instandsetzungen, generell vorsichtig sein“, sagt Anja Schomakers, die Sprecherin der Handwerkskammer Lübeck. „Man sollte keine Ad-hoc-Entscheidungen treffen, sondern sich immer ein Angebot einholen und das auch in Ruhe prüfen.“ Verbraucher können bei der Handwerkskammer erfragen, ob der anbietende Betrieb für die angebotene Leistung eingetragen sei. Von Seiten der Handwerkskammer werde den Betrieben eine Handwerks- oder Gewerbekarte als Nachweis für die ordnungsgemäße Eintragung ausgestellt, erklärt Schomakers. „Diese Karte kann sich der Verbraucher vom Handwerksbetrieb vor der Beauftragung zeigen lassen.“

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Von Jördis Merle Früchtenicht

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