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Rendsburg IHK schickt Zeugnis per Post
Lokales Rendsburg IHK schickt Zeugnis per Post
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16:00 23.06.2018
Von Sven Tietgen
Ibrahim Elbari (vorn) schraubt jetzt als angestellter Einzelhandelskaufmann bei Broder Michelsen, das Zeugnis hätte er aber gern in einer würdigen Feier überreicht bekommen.
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Bordesholm

Denn das Zeugnis der Industrie- und Handelskammer (IHK) Neumünster/Bordesholm wird dem jungen Mann per Post zugeschickt. Eine Feierstunde im Neumünsteraner IHK-Standort wird es für ihn und die anderen frisch gebackenen Einzelhandelskaufleute nicht geben – und damit auch keine Fotos von stolzen jungen Menschen, die gerade einen wichtigen persönlichen und beruflichen Abschnitt hinter sich gebracht haben.

Unpersönliche Zeugnisübergabe

Die anderen Kollegen sind auch enttäuscht, berichtet Ibrahim Elbari. „Das Zeugnis mit der Post zu schicken, ist so lieblos und unpersönlich, meiner Familie und meinen Freunden kann ich gar nichts zeigen“, sagt Elbari, der vor dem Krieg in seinem Heimatland Jemen geflohen ist und seit fünf Jahren in Bordesholm lebt.

Auch Ingrid und Broder Michelsen als Eigentümer des Fachbetriebs sind enttäuscht, dass es keine feierliche Zeugnisübergabe gibt. „Wir wären gern dabei gewesen. Es ist einfach großartig, was Ibrahim mit der Prüfung geleistet hat, und alles in einer fremden Sprache und einer fremden Schrift“, erklären die Michelsens.

Falsche Signal für Lehrlingsmangel

Vor dem Start der Ausbildung hatte Ibrahim Elbari den Hauptschulabschluss nachgemacht, vor und auch während der Lehrzeit absolvierte er Sprachkurse und weitere Fortbildungen. Ingrid Michelsen hält das IHK-Vorgehen gerade mit Blick auf den Lehrlingsmangel für das falsche Signal.

„Eine Wertschätzung für diesen Beruf sieht anders aus, überall in den Zeitungen sieht man demnächst die Bilder von Freisprechungen, aber Ibrahim und seine Kollegen gucken ins Leere“, sagt die Bordesholmerin.

Keine Kapazitäten bei der IHK

Grundsätzlich gibt ihr Herbert Reinicke vom IHK-Standort Neumünster/Bordesholm recht: „Das kann ich eins zu eins unterschreiben. Aber wir haben einfach nicht das Personal, die Kapazitäten und die Mittel für solche Abschlussfeiern. Hier geht es um 200 Einzelhandelskaufleute, allein die datenschutzrechtlichen Aspekte sind gewaltig“, erklärt der Ausbildungsberater. Er selbst sei der einzige Vollzeitmitarbeiter, ein weiterer Kollege ist in Teilzeit beschäftigt, die Prüfer arbeiten auf ehrenamtlicher Basis.

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