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Rendsburg Grabsteine im Privatwald
Lokales Rendsburg Grabsteine im Privatwald
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07:22 11.04.2018
Von Beate König
Friedvoller Ort im privaten Wald: Anke und Hans-Detlef Rahtjen haben die Grabsteine ihrer Verwandten von aufgelassenen Gräbern und Gedenkplatten vom Ehrenmal aufgestellt. Quelle: Beate König
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Bokel

Die Grab- und Gedenksteine erzählen ein Stück der Geschichte der Familie, die 1784 aus Aukrug nach Bokel zog. Seit 1908 ist der Hof in Bokelfeld in Familienbesitz. „Als der Heldenhain im Dorf neu gestaltet werden sollte, sollten die Platten mit den Namen der Gefallenen entfernt werden“, erinnert sich Landwirt Hans-Detlef Rathjen an den Auslöser für den privaten Gedenkort. Dem 71-Jährigen war das Andenken an zwei seiner Onkel wichtig, deren Namen dort bislang nachzulesen waren. Der Verlust der Männer wog schwer in der Familie. Sie zählten damals zu den Hoferben. „Ich hab bei der Gemeinde gefragt, ob ich die Tafeln haben kann.“

Als in Nortorf die Pacht der Familien-Grabstelle auf dem Friedhof nach 30 Jahren auslief, kamen der Familienstein und die Steine der Großeltern Hans und Alwine sowie der seines Vaters Claus dazu. „Auf dem Friedhof wären die Steine nur geschreddert worden, dafür waren sie zu wertvoll,“ fand der Landwirt Hans-Detlef Rathjen. Für Rathjens Mutter Elfriede ließ die Familie 2009 gleich zwei Steine anfertigen: Einen für das Urnengrab auf dem Friedhof, einen für den Waldrand. Vom Sofa im Wohnzimmer können die Altenteiler Hans-Detlef und Anke Rathjen zum Waldrand sehen. „Ich bin glücklich, dass wir diesen Ort für uns haben“, sagt Anke Rathjen.

Im Wald beerdigen durfte die Familie ihre Verwandte nicht. Bundesweit gilt für Bestattungen der Friedhofszwang, für Grabstellen auf Gütern wie Hof Stocksee gelten Ausnahmegenehmigungen, sie sind im Flächenkataster als Friedhöfe markiert.

Bis heute wurden die Steine in Bokel nicht auf ihre Granit-Sockel gestellt, sie ruhen stattdessen in Schräglage. Eine reine Vorsichtsmaßnahme, erklärt Anke Rathjen: „Meine Enkelinnen spielen im Wald. Die Steine hätten umkippen können. Das wollten wir nicht.“

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