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12:30 30.06.2018
Von Beate König
Slam-Sieger Sven Kamin beim Iron Slam in der Carlshütte: Zu einer guten Performance gehören sprechende Gesten. Quelle: Beate König
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Büdelsdorf

Die drei Starter machten den elften Iron Slam mit Worten, Gesten und Rhythmen zu einem Feuerwerk. Moderator und Organisator Björn Högsdal hatte mit  makabrem Humor einer Hitliste der besten Grabsprüche auf die poetische Performance der Slammer eingestimmt. Die ganz neue Bedeutung, die „Wish you were here“, „ich wünschte, du wärst hier“ als Steininschrift bekommt, löste amüsiertes Gelächter aus. Singer- und Songwriter Ove öffnete mit dem Lied über seine Kindergartenliebe Lisa die Herzen.

„Das ist eine tolle  Location“, hatte Sven Kamin in der Pause festgestellt. Beim Text über die Rache der Gedichte, die Lehrer heimsuchen, wenn sie durch systematische Lyrikanalyse allzu derb  auseinandergenommen wurden, rannte Kamin von der Bühne vor dem Ofen und schwang sich wie ein Rächer in der Nacht auf das Podest mit den alten Gießereirinnen - ein dramatischer Effekt, der Pluspunkte einbrachte.

Weiteres Kabinettstück, in dem der Slamsieger seine Hingabe an die Kunst des gesprochenen Wortes mitreißend demonstrierte: Der im hüftbetonten Ragga-Rhythmus groovende Text über das Backen von „Ragga-Muffins“.  Valerio Moser bot mit seinem ernsten Text über den Verlust von Sprache, den Flüchtlinge erleben, ein starkes Kontrastprogramm. Für starke Bilder wie beispielsweise das der Worte, die in der Muttersprache Schmetterlinge, in der Zweitsprache bloß dunkle Falter sind, erntete er anerkennenden Applaus.

Florian Hacke, Slam-Landessieger aus Schleswig-Holstein, war kurzfristig für die erkrankte Jule Weber eingesprungen. „Der Anruf mit der Absage kam um 13 Uhr“, berichtete Högsdal. Die Qualität des Textes des Kielers überzeugte die Zuschauer Bianca Bartels und Björn Breitrück. „Wir kennen Poetry Slams aus Rheinhessen, da gibt es auch weniger niveauvolle Beiträge“, erzählte die 21-jährige Studentin. Sie war beeindruckt vom frischen, norddeutsche Ton und dem Umgang der Autoren mit modernen Problemstellungen. Florian Hacke hatte unter anderem die verwundert bis abschätzigen Reaktionen von Freunde und Verwandten auf die Erklärung eines Vaters, er gehe in Elternzeit, im Text „Papa-Zeit“ verarbeitet.

Breitrück gefiel das Bewertungskonzept des Iron Slams: Nach der ersten Runde gewichteten die Zuschauer mit der Abgabe von Schrauben, die sie am Eingang mitnehmen konnten, wer ihnen am besten gefiel. In der zweiten Runde entschieden Dauer und Intensität des Applauses über den Sieg. „Bei uns bewerten nur ein paar Leute aus dem Publikum die Texte.“

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