Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Rendsburg Millionenschäden durch Teredo navalis
Lokales Rendsburg Millionenschäden durch Teredo navalis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:14 21.07.2009
Eckernförde

Wie stark sie in Eckernförde verbreitet sind, will jetzt der Waldorfschüler Philipp Appel (17) in seiner Jahresarbeit klären, die wissenschaftlich begleitet wird.

Nach Angaben von Meeresbiologe Kai Hoppe, Experte für Schiffsbohrwürmer in Schleswig-Holstein, ist das Tierchen mit dem lateinischen Namen Teredo navalis eines der bedeutendsten Schadorganismen im Meer. Neue Holzpfähle können sie unter guten Bedingungen in nur zwei Jahren vernichten. Eine der höchsten Befallsraten hat Hoppe einmal bei Holtenau ausgezählt: 40000 Larven pro Quadratmeter.

Und wie sieht es in Eckernförde aus? Diese Frage will Philipp Appel beantworten. Der 17-jährige Waldorfschüler hatte ein Ostsee-Thema für seine Jahresarbeit gesucht und war dann in Kooperation mit dem Ostsee-Info-Center auf eingewanderte Tierarten wie den Schiffsbohrwurm gestoßen. Meeresbiologe Hoppe wird die Arbeit begleiten. Er verfügt nur über punktuelle Versuchsergebnisse aus Holtenau, Vergleichsmöglichkeiten fehlen bislang. „Ich bin deshalb sehr interessiert“, sagt Hoppe.

Appel konzentriert sich vor allem auf den Neubefall mit Bohrwurm-Larven. Dafür hat er insgesamt 15 Appetithappen für den Holzfresser vorbereitet: Holzplatten von der weichen Fichte über die härtere Eiche bis zum afrikanischen Hartholz Makore. Diese Hölzer werden an verschiedenen Stellen im Außenhafen, Innenhafen und vor dem Strand verankert. Ein Gewicht und ein Schwimmer halten sie zehn Zentimeter über dem Meeresgrund.

Marco Knaup und Thomas Krimm vom Tauchcenter Eckernförde halfen am Montag, die Versuchsstationen unter Wasser auszulegen. Nach einem Monat werden sie wieder an die Oberfläche geholt, damit Nachwuchs-Biologe Appel die anhaftenden Bohrwurm-Larven auszählen kann. Unterm Mikroskop, denn die Tierchen sind in ihrem Anfangsstadium nur 0,08 Millimeter groß. Später können sie bis zu 50 Zentimeter lang werden.

Zwischen den 60er und 90er Jahren war der Schiffsbohrwurm laut Hoppe in der Ostsee nicht mehr auffällig. 1993 sorgte er zunächst in Ostdeutschland wieder für Schlagzeilen, wo er hölzerne Buhnen zernagte, und seit 1996 macht er sich auch über Hafenanlagen, Stege und Brücken in Schleswig-Holstein her. Der Meeresbiologe schätzt die Schäden im nördlichsten Bundesland seitdem auf rund 100 Millionen Euro.

In Eckernförde hat man inzwischen reagiert. In Sportboothäfen wurden marode Holzpfähle gegen Stahl ausgetauscht. Und auch das neue Promenadendeck am Innenhafen wird auf metallenen Beinen im Wasser stehen, an denen sich der Schiffsbohrwurm die Zähne ausbeißt. Ende der 90er Jahre hatte Hoppe die Holzbrücke begutachtet, die selbst noch keinen Befall aufwies, aber die Umgebung. Für dieses und nächstes Jahr rechnet der Meeresbiologe aufgrund guter Bedingungen in der Ostsee mit einem gehäuften Auftreten des Holznagers.

crd

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Rendsburg Werner Nissen ist in sechs Wochen rund 1000 Kilometer von Sevilla nach Santiago de Compostela gepilgert - Werner Nissen war mal weg

Blasen sind ihm erspart geblieben. Dafür hat er drei Kilo an Gewicht verloren, neue Freunde gewonnen und unwiederbringliche Erlebnisse mitgebracht. Werner Nissen ist zurück. Sechs Wochen lang pilgerte der Eckernförder durch Spanien. Auf dem Via de la Plata von Sevilla nach Santiago de Compostela legte er in sechs Wochen rund 1000 Kilometer zurück.

21.07.2009
Rendsburg Ratsbeschluss soll nach der Sommerpause gekippt werden - Echte Mehrheit will die „Insel“ erhalten

Es war ein Beschluss mit „zufälliger Mehrheit“, und deshalb will die echte Mehrheit ihn kippen: In der jüngsten Sitzung der Eckernförder Ratsversammlung fassten die 13 Mitglieder der CDU-Fraktion und die dreiköpfige SSW-Fraktion den Beschluss, die wohnumfeldbezogene Kinder- und Jugendarbeit an der Fritz-Reuter-Schule aus Kostengründen einzustellen.

21.07.2009
Rendsburg Kinder aus Weißrussland leiden nach wie vor an Spätfolgen - Die vergessenen Tschernobyl-Opfer

Radioaktivität hat eine längere Halbwertzeit als das menschliche Gedächtnis. Nach wie vor leiden die Kinder aus Weißrussland an den Spätfolgen der Tschernobyl-Katastrophe von 1986. Doch die Bereitschaft, den immungeschwächten Mädchen und Jungen zu helfen, nimmt von Jahr zu Jahr ab. Die Atomreaktor-Katastrophe, durch die weite Landstriche Europas radioaktiv verseucht wurden, wird verdrängt und vergessen. Dies bekommt auch die Gettorfer Tschernobyl-AG zu spüren.

21.07.2009