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Der Tunnel der Superlative

NOK-Unterführung Der Tunnel der Superlative

Die Kosten der Sanierung des Kanaltunnels in Rendsburg haben sich binnen einem Jahr mehr als verdoppelt. Das geht aus den aktuellen Zahlen des Haushaltsentwurfs des Bundesverkehrsministeriums für das kommende Jahr hervor.

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Immerhin: Die Arbeiten auf der Großbaustelle Rendsburger Kanaltunnel sind im Zeitplan, sagt das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt. 2020 soll der Verkehr wieder vierspurig rollen.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. „Die aktuellen Gesamtkosten der Sanierung betragen 139,775 Millionen Euro“, teilte eine Sprecherin des Ministeriums am Freitag auf Anfrage mit. Im vergangenen Jahr rechnete die Bundesregierung noch mit rund 66 Millionen Euro. Damit sind die Kosten innerhalb eines Jahres um 112 Prozent gestiegen.

 Zu Beginn des Millionenprojektes 2012 ging man zunächst sogar von nur 25 Millionen Euro aus. Mit Start der Arbeiten an der Weströhre im Januar korrigierte Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen- und Schifffahrt, die Zahl bereits auf 80 Millionen Euro nach oben. „Damals wussten wir nicht, wie schlecht der bauliche Zustand der Röhren ist und dass die Pläne nicht stimmten. Wir mussten komplett umplanen“, erläuterte er damals die Mehrkosten. Das Bundesministerium führte zudem die allgemeine Baupreissteigerung und die Berücksichtigung von Ausschreibungsergebnissen als Gründe für die Kostenexplosion an.

Entwurf noch im Verfahren

 Jetzt wurde bekannt, dass bisher nur die reinen Baukosten für die Sanierung veröffentlicht wurden. Diese werden zwar weiterhin auf rund 80 Millionen Euro geschätzt, allerdings kommen weitere 60 Millionen Ausgaben hinzu: Das sind „zusätzliche Kosten, die mit der Sanierung des Tunnels nicht in Verbindung stehen“, erklärt die Ministeriumssprecherin.

 Zu diesen Kosten zählen unter anderem die Arbeiten am Fußgängertunnel, Ablösebeträge für die Abgabe an die Straßenbauverwaltung nach der Grundinstandsetzung, eine notwendige Ankerabwurfsicherung zum Schutz einer Dichtung über dem Tunnel sowie Planungs- und Bauleitungskosten. Mit wie viel Euro die einzelnen Posten zu Buche schlagen, gab das Ministerium noch nicht bekannt: „Der Entwurf des Bundeshaushaltes und die Einzelpläne der Ressorts befinden sich zurzeit noch im parlamentarischen Verfahren“, hieß es.

 An dem zuletzt genannten Fertigstellungstermin der Sanierung des rund 600 Meter langen Tunnels hält das Verkehrsministerium aber weiterhin fest. „Die aktuelle Baustelle verläuft planmäßig.“ Im Februar 2020 soll der Verkehr wieder vierspurig durch beide Röhren rollen. Bis dahin wird der Verkehr durch die bereits sanierte Oströhre geleitet.

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