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Rendsburg Keine Angst um den Storch
Lokales Rendsburg Keine Angst um den Storch
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12:15 27.02.2018
Von Beate König
Vor Kälte schützt sich der Storch auf dem Langwedeler Nest auch, indem er ein Bein ins wärmende Federkleid hochzieht Quelle: Beate König
Langwedel

Mit Futtergaben sollten Menschen dem Wildtier nicht helfen, rät Jürgen Lustig, Weißstorch-Betreuer des Naturschutzbundes (NABU) für den Kreis Rendsburg-Eckernförde. Futtermangel sei derzeit kein Thema: Die Jagdgründe im Land seien nicht komplett gefroren. Der Vogel weiche für die Nahrungssuche auf offene Bachläufe und Flüsse aus. Auf Adebars Speisezettel stehen unter anderem Insekten, Würmer, Blindschleichen, Frösche, Ratten, Maulwürfe und Mäuse. Auch Perioden mit kargem Futterangebot überdauere der Storch. „Er kommt zehn bis 14 Tage ohne Futter aus.“

Distanz nach Spanien für den Storch ein Leichtes

„Fütterungen sind bei Störchen umstritten,“ erklärt Lustig. „Es bleiben Wildtiere, denen man damit nichts Gutes tut.“ Wenn ein Storch durch Füttern zu zutraulich werde, sei er auch leichte Beute, warnt der Experte. Es sei in Hohn bereits beobachtet worden, dass der Zugvogel seinem Instinkt, in den Süden zu fliegen, nicht mehr folgt, wenn er eine ganzjährig sichere Futterquelle kenne. „Er bleibt dann den ganzen Winter im Norden.“ Werde es ihm doch zu kalt, fliege er einfach ein paar Kilometer in den Süden, in offenes Gelände, sagt Lustig. „Die Distanz zu überwinden, ist für einen Storch ein Klacks.“ Doch auch für die aktuell hier herrschenden Temperaturen hat der Storch eine Taktik parat. „Kälte kompensieren sie“, erklärt Lustig. Der Storch ziehe als Frostschutz-Maßnahme abwechselnd ein Bein hoch ins wärmende Federkleid.

Ist es Rückkehrer Fridolin?

Ob der Storch in Langwedel tatsächlich Fridolin ist, der das Nest im letzten Jahr beherbergte, kann Lustig nicht bestätigen. „Der Vogel ist nicht beringt“, stellte er bei einem Besuch fest. Erst anhand des Schönheitsmals von Fridolins Partnerin könne das Storchen-Paar einwandfrei identifiziert werden: Frieda hat einen Kropf am Hals. Sollte es sich bei dem Vogel im Nest um einen Neusiedler handeln, stehen dem Dorf bald Vogel-Kämpfe um den Brutplatz bevor. Die Storchenpaten der Altherren-Turnermannschaft des SV Langwedel folgen dem Rat des NABU: „Wir haben uns abgesprochen, wir füttern den Storch nicht“, erklärt Rainer Krause. Sorgen um Adebar, der abends auf dem Nestrand mit dem Schnabel klappert, machen sich die Storchen-Freunde nicht. „Wir schalten den Weißstorch-Betreuer ein, falls sich sein Zustand verschlechtert.“

Storchenpaten haben Erfahrung

Erfahrung als Retter haben die Storchenpaten seit 1999, als sie nach dem Tod des damaligen Storchenvaters eine spektakuläre Aufpäppel-Aktion starteten. Von einem acht Meter hohen Baugerüst neben dem Nest manövrierten die Ersatzväter mit einer Angel, an der eine Konservendose mit Eintagsküken aus dem Tierpark Arche Warder hing, als Zusatzration vor die Schnäbel der Jungtiere. Damals kamen die Tiere durch.

Störche aus Langwedel wurden früher auch regelmäßig an den Futtertrögen im Tierpark Arche Warder gesehen. In diesem Jahr hat jedoch Christoph Gorniak, Leiter der Tierpflege, noch keinen Storch in der Arche entdeckt. Schaf- und Schweineschrot böten keinen Anreiz als Futter. Ab und zu landeten Störche auf den Schafweiden, weiß Gorniak. „Ob das die Vögel aus Langwedel sind, wissen wir nicht.“ 2017 brüteten im Kreis Rendsburg-Eckernförde 32 Horstpaare. Von 76 geschlüpften Jungstörchen wurden allerdings nur 34 flügge.

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