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Rendsburg Plattschnacker mit Dorf-Sheriff-Status
Lokales Rendsburg Plattschnacker mit Dorf-Sheriff-Status
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07:25 02.03.2018
Von Beate König
Ulrich Glahm (60, rechts) geht nach 35 Jahren in den Ruhestand. Sein Chef Torsten Ramm verabschiedete den Kollegen am 28. Februar. Quelle: Beate König
Nortorf

Die Kollegen aus der Polizeistation Nortorf zelebrierten Glahns Abschied im Amt Nortorfer Land spektakulär: Alle, knapp 20 Polizisten, holten Glahn von seinem Haus in Aukrug ab. In einem mit einer Girlande geschmückten Polizei-Auto wurde er zu seinem letzten Diensttag durch die Stadt kutschiert.

In Langwedel und Aukrug hatte der Plattdeutsch-Schnacker Glahn seit Jahren Dorf-Sheriff-Status: Er war für die Bürger erster Ansprechpartner bei Problemen. „Auch, wenn ich in zivil unterwegs war.“ Chef Torsten Ramm erinnert sich an einen Kurz-Dialog mit einem Anrufer, der auflegte, als er erfuhr, dass „Uli“ keinen Dienst hatte. Dass Ramm Vorgesetzter Glahns war, zählte nicht. „Es war mein erster Tag im neuen Amt und mein erster Anrufer.“

Ulrich Glahn half seinem Vater schon früh bei der Arbeit. „Die erste Bahn-Leiche habe ich mit zehn Jahren gesehen. Ich habe den Finger mit dem Ehering entdeckt, der für die Identifizierung gebraucht wurde“, erinnert sich der heute 60-Jährige.

Lange Jahre fuhr Glahn in der Polizei-Motorradstaffel mit, die „die weißen Mäuse“ genannt wurde. „Wir hatten weiße Koppeln und Handschuhe“, erklärte Glahn den Spitznamen der Krad-Fahrer, die den Verkehr überwachten und die Sicherheits-Eskorte für Prominente stellten. Im Ruhestand will er seine Leidenschaft fürs Motorradfahren wieder ausgiebig pflegen. Mit einer Reise-Enduro, einer BMW 1200 GS Adventure, hat er schon die Ostseestaaten bereist.

„Ich bin gern Polizist gewesen. Es gab in 43 Jahren kein einziges Mal den gleichen Sachverhalt“, resümierte Glahn. An seinem Beruf habe ihn die Abwechslung gereizt. Als Dorf-Polizist kam er mit allem in Kontakt, vom Fahrraddiebstahl bis zum Mord. „Das war teilweise ganz schön heftig. Ab der 500. Leiche hab‘ ich nicht mehr mitgezählt.“

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