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Rendsburg Welle der Hilfsbereitschaft ist riesig
Lokales Rendsburg Welle der Hilfsbereitschaft ist riesig
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21:05 08.11.2018
Von Frank Scheer
Sandra und Peter Heimann stehen mit Mischlingshündin Elli fassungslos vor der Ruine ihres Reetdachhauses in Brügge. Quelle: Frank Scheer
Brügge

Fassungslos stehen Sandra und Peter Heimann mit ihrer Hündin Elli vor der Brandruine an der Ecke Dorfstraße/Mühlenberg. Mit der Reetkate hatte sich das Ehepaar vor sieben Jahren einen Traum erfüllt und sie mit Herzblut fürs Alter umgebaut. Das Feuer vernichtete neben dem Inventar auch die Erinnerungen an das bisherige Leben. „Mir kommen immer noch Tränen, wenn ich hier stehe“, sagt Sandra Heimann. „Das Schlimmste ist momentan, dass man noch kein Ziel vor Augen hat.“

Dankbar sind die Heimanns über die Hilfsbereitschaft. Das Ehepaar konnte mit ihrem 20-jährigen Sohn Robin einen Tag nach dem Brand in eine Gemeindewohnung einziehen. Mit Möbeln, technischen Geräten und Kleidung sind sie versorgt worden, ihnen fehle es an nichts. In der Unglücksnacht waren sie von Nachbarn in einem Gästezimmer untergebracht worden – es gab eine heiße Hühnersuppe.

Bürgermeister koordinierte Hilfe

„Es sind viele Anfragen aus der Bevölkerung, wie man helfen kann, gekommen“, sagt Bürgermeister Werner Kärgel. In einem Bordesholm-Forum bei Facebook sei das Thema hochgekocht. Man habe sich an ihn gewandt, und er habe das Ganze koordiniert. „Am Morgen nach dem Feuer wurde eine Waschmaschine am Feuerwehrhaus abgestellt“, erinnert sich Heimann.

Die Familie wird auf dem Grundstück neu anfangen. Die Kripo hat die Ruine freigegeben. Ein technischer Defekt werde ausgeschlossen. Mehr wisse man noch nicht, so Peter Heimann. „Ich bin von den Sirenen gegen 1 Uhr wach geworden und habe aus dem Fenster gesehen, dass unser Reet brennt.“ Der Brügger weckte seine Familie und lief raus. „Ich habe das Auto von der Auffahrt gefahren und bin noch ums Haus herum zum Wasserhahn und habe einen Eimer mit Wasser abgefüllt. Man ist irgendwie in Trance – zu retten war nichts mehr, das Reet stand komplett in Flammen.“

Familie will im Sommer 2019 neu bauen

„Die Versicherung wird einen Sachverständigen schicken, und wir werden uns einen Gutachter nehmen. Dabei geht es um den Neubauwert“, sagt Peter Heimann zu den nächsten Schritten. Er ist täglich an der Ruine. In der Brandnacht ist er nochmal ins Haus, um Ordner mit persönlichen Dokumenten zu sichern – die Ausweispapiere hat er Tage später unbeschädigt gefunden. Vielleicht können wir im Winter Schutt und Asche räumen lassen, hofft seine Frau. Sie hegt den Wunsch, im Sommer mit dem Neubau zu beginnen. „Wenn man die erste Schritte sieht, kann man sich wieder auf etwas freuen. Im Moment überwiegt noch der Schock.“

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