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Rendsburg Heiligtum mit roten und blauen Hebeln
Lokales Rendsburg Heiligtum mit roten und blauen Hebeln
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07:17 11.02.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Es ist ein Kraftakt. Siegfried Weichert bewegt den Hebel für eine Weiche. Eine direkte Verbindung per Stahlseil gibt es allerdings nicht mehr. Eine Gruppe um den pensionierten Eisenbahner pflegt das historische Stellwerk am Rendsburger Bahnhof als Museum. Quelle: Hans-Jürgen Jensen
Rendsburg

Auf einer engen Holztreppe geht es in den zweiten Stock des schlanken Fachwerkbaus mit rot geklinkertem Sockel, der gleich neben dem Rendsburger Bahnhof steht. Oben zeigt Siegfried Weichert sein "Heiligtum": eine lang gezogene Reihe stählerner Hebel, rot lackiert die vorderen, blau die hinteren.

Der schlanke Fachwerkbau neben den aus dem Bahnhof in Richtung Norden strebenden Gleisen ist ein historisches Stellwerk, entworfen nach den Plänen des Braunschweiger Kaufmanns Max Jüdel Ende des 19. Jahrhunderts. 

1910, 1983, 1991

1910 wurde es in Betrieb genommen, 1983 stillgelegt und seit 1991 ist es ein Museum. "Wir haben das als Ruine übernommen", sagt der 78 Jahre alte Weichert, der bis zu seiner Pensionierung als Fahrdienstleiter bei der Bahn arbeitete. 

800 Meter bis Büdelsdorf

Heute steht er an der Spitze einer 65-köpfigen Gruppe, die für das Bahn-Sozialwerk das Stellwerk-Museum pflegt und Besuchern regelmäßig erklärt, wie sich mit den roten Hebeln Signale und mit den blauen Weichen bedienen ließen – und das über eine Entfernung von rund 800 Metern, bis nach Büdelsdorf. "Mein Lieblingsstück ist diese ganze Anlage", sagt Weichert. "Ich glaube, ich bin einer der wenigen, die das noch bedienen können."

Modellbahn, Dienstmützen, Vorschriften

Mit glänzenden Augen steht der pensionierte Eisenbahner in dem lang gezogenen Raum mit Linoleum auf dem Fußboden, einer Modellbahnanlage hinten in der Ecke, einem Tisch mit Stempeln und alten Telefonen unter dem Fenster, Bildern von Dampflokomotiven und historischen Diesel-Triebwagen an den Wänden, Dienstmützen und Helmen in und auf Regalen, Vitrinen voller Hefte mit Vorschriften, die längst Geschichte sind.

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