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Immer mehr Patienten

Praxis ohne Grenzen Immer mehr Patienten

Für Menschen ohne Krankenversicherung bleibt die Praxis ohne Grenzen in der Moltkestraße in Rendsburg unentbehrlich. Sechs Ärzte und zehn Helferinnen versorgen170 Patienten. Alleine im vergangenen Jahr nahmen sie 40 Kranke neu auf. Grund sei wachsende Armut. Seit fünf Jahren gibt es die Praxis.

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Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. Fünf Jahre lang war Dr. Achim Diestelkamp Bordarzt auf einem Traumschiff, behandelte dort reiche Passagiere. Der Mediziner wollte aber nicht nur "am oberen Ende" der Gesellschaft als Arzt helfen. "Ich wollte bedürftigen Menschen helfen, die in Not sind und durch alle Raster gefallen sind."

Vorbild in Bad Segeberg

So kam der 70 Jahre alte Rendsburger Internist und Hausarzt zur Praxis ohne Grenzen, wo sich Menschen behandeln lassen können, die keine Krankenversicherung mehr haben.  Vorbild ist Dr. Uwe Denker, der vor acht Jahren in Bad Segeberg mit seiner Praxis ohne Grenzen ein Modell für die Versorgung mittelloser Kranker schuf.

Taxifahrer, Maler, Dachdecker

Wer glaubt, in der Moltkestraße in erster Linie Obdachlose anzutreffen, irrt gewaltig. Die meisten Patienten seien ehemals Selbstständige - Taxifahrer, Maler, Dachdecker. "Wir hatten die verarmte Mittelschicht gar nicht vor Augen", sagt Ulrich Kaminski vom Diakonischen Werk des Kirchenkreises, der Trägerin der Praxis. Immer wieder könnten ehemals Selbstständige Krankenkassenbeiträge nicht bezahlen und würden dann aus der Versicherung ausgeschlossen.

Zwei Stunden pro Woche

Zweimal in der Woche ist die Praxis ohne Grenzen in der Moltkestraße 1 geöffnet: mittwochs von 16 bis 17 Uhr, donnerstags von 10 bis 11 Uhr. Fünf bis zehn Patienten kämen wöchentlich. "Manchmal stehen sie auch schon vor der Tür, wenn wir aufmachen", sagt Praxishelferin Doris Neumann.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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