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Rendsburg Ein Ort gegen das Vergessen
Lokales Rendsburg Ein Ort gegen das Vergessen
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16:03 04.10.2018
Von Hans-Jürgen Jensen
Das Jüdische Museum trägt den Namen des Rendsburger Arztes Dr. Bamberger, der von den Nazis in den Selbstmord getrieben wurde. Quelle: Hans-Jürgen Jensen
Rendsburg

Museumsleiter Carsten Fleischhauer: "Sollen wir nur dokumentieren oder eine offensive Rolle spielen?" Er hofft auf Antworten von Bürgern und Experten. Etwa am kommenden Dienstag. Da steht um 19 Uhr eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "Wozu ein Jüdisches Museum heute?".

"Wir wollen eine Rolle spielen"

Rechtspopulismus, neuer oder doch alter Antisemitismus, Islamfeindlichkeit – "Es gibt zurzeit intensive gesellschaftliche Debatten", sagt Fleischhauer. "Wir wollen da eine Rolle spielen und sind dabei, unsere Rolle zu finden." Die Fragen "wollen wir offen diskutieren". Auch mit Bürgern. Fleischhauer: "Ich bin sehr gespannt. Wir hören den Experten und Besuchern aufmerksam zu. Das soll in unsere Arbeit fließen."

"Markstein für Erinnerungskultur"

Das Jüdische Museum mit seinen Dauerausstellungen "ist ein Markstein für die Erinnerungskultur", meint sein Leiter Carsten Fleischhauer. Das Haus mit Frauenempore, Gebetssaal und Ritualbad Mikwe im Keller dokumentiert die Geschichte der Juden in Schleswig-Holstein bis hin zu Verfolgung, Holocaust und Flucht. "Es hat seine Rolle gefunden mit der Erforschung jüdischer Geschichte." Es mischt sich auch mit aktuellen Austellungen ein.

"Sehen die Menschen die Relevanz?"

Erinnerungskultur? "Es gibt in Schleswig-Holstein keinen anderen Ort, an dem man sich so wie hier über den Holocaust informieren kann", meint Claudia Kuhn. Die studierte Historikerin ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums. "Wir sehen die Relevanz. Aber sehen die Menschen draußen die Relevanz?"

Anfragen von Schulen

Immerhin: "Wir bekommen Anfragen von Schulen, die sagen, bei ihnen sei Jude wieder ein Schimpfwort. Die Lehrer wissen nicht, an wen sie sich wenden sollen." Dann rufen sie im Jüdischen Museum in Rendsburg an. Und sind an der richtigen Adresse. "Wir vermitteln Geschichte mit Gegenwartsbezug." Claudia Kuhn hat Material für dreistündige Workshops für Schulen zusammengestellt. Die Nachfrage sei enorm. Selbst aus Husum, Lübeck, Norderstedt und Flensburg kämen Klassen.

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