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Rendsburg Streit um Buch über Nationalsozialismus
Lokales Rendsburg Streit um Buch über Nationalsozialismus
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14:16 28.09.2018
Von Hans-Jürgen Jensen
Quelle: Hans-Jürgen Jensen
Rendsburg

Einen Kompromiss fand die Ratsversammlung am Donnerstagabend: Die Stadt solle Bücher bis zu einem Höchstbetrag von 2000 Euro kaufen und an Schulen verteilen. Der Vorschlag kam von Rendsburgs Altliberalen Fritjof Wilken.

Namen von Opfern und Tätern

„Ich nenne Namen und Adressen sowohl von Opfern als auch von Tätern“, kündigt der Sozialdemokrat an. Damit könnte das Buch brisant werden. Denn Nachfahren leben, tragen die alten Namen. Er wolle klar machen, dass die Generation der Kinder und Enkel nicht für die Taten ihrer Vorfahren verantwortlich gemacht werden könne, versichert Neugebauer.

Und Rendsburg?

Nach seinen Worten fördere die Kulturstiftung des Kreises Rendsburg-Eckernförde, die Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten stellvertretend für das Land und die Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein das Buch.

Und Rendsburg? Der Kulturausschuss sträubte sich Ende August gegen eine Förderung.  Vertreter von CDU und Grünen wollten laut Protokoll „keinen Präzedenzfall für eine Förderung von Einzelpersonen“ schaffen.

"Zeichen setzen"

Die SPD wollte sich damit nicht zufrieden geben, und brachte das Thema auf die Tagesordnung der Ratsversammlung am Donnerstag. „Wir sollten ein Zeichen setzen. Kreis und Land fördern das“, sagte Elke Endres (SPD) und schob als rhetorische Frage nach: „Und wir sagen Nein?“

"Formalien und Regeln"

 „Wir haben unsere Formalien und Regeln“, befand Sascha Werth (Grüne), der Vorsitzende des Kulturausschusses und warnte, dessen Beschluss zu revidieren. Niemand wolle das Buch verhindern, versicherte die CDU-Fraktionsvorsitzende Anja Ilgenstein. Die Stadt kaufe Exemplare für ihre Bücherei, und stelle Neugebauer den historischen Ratssaal für die Vorstellung am 9. November zur Verfügung. Das sollte langen.

Wilken und Krabbes

Bevor es peinlich wurde, schlug FDP-Fraktionschef Wilken vor, die Stadt solle das Buch fördern, indem sie Exemplare bis zu einer Obergrenze von 2000 Euro für ihre Schulen kauft. Stadtpräsident Thomas Krabbes goss die Idee in einen abstimmungsreifen Antrag, der eine große Mehrheit bei drei Enthaltungen und einer Gegenstimme bekam.

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