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Rendsburg Bürgervorsteher Denkzettel verpasst
Lokales Rendsburg Bürgervorsteher Denkzettel verpasst
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11:04 13.06.2018
Von Torsten Müller
Bürgervorsteher Bernd Carstensen (CDU, rechts) vereidigte Robert Schall (SPD) zum 2. stellvertretenden Bürgermeister von Kronshagen. Quelle: Torsten Müller
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Kronshagen

In der Sitzung herrschte frostiges Schweigen: Weder SPD und UKW einerseits noch CDU andererseits äußerten sich zur Ablehnung von Bernd Carstensen. Noch vor vier Jahren war der 66-Jährige einstimmig zum Nachfolger von Susanne Dannenberg (CDU) gekürt worden.

SPD und UKW vermissen neutrale Amtsführung

Nach der Sitzung erklärten SPD und UKW in einer gemeinsamen Pressemitteilung: "Wir wollen keinen politischen Bürgervorsteher." Ihr Vorwurf: Carstensen habe in der Vergangenheit zu häufig "die Grenzen zwischen neutraler Amtsführung und politischer Arbeit für die CDU verschwimmen lassen".

Zudem habe der Bürgervorsteher, so hieß es weiter, immer wieder an die Einhaltung getroffener Absprachen erinnert werden müssen. Nach Angaben der beiden Fraktionen hätten sie ihn in Vorgesprächen auf diese kritischen Punkte hingewiesen, Carstensen habe jedoch bis zur konstituierenden Sitzung "keinerlei Ansätze einer Selbstreflektion" erkennen lassen.

CDU sieht bei Robert Schall mögliche Interessenkonflikte

Bei der Wahl von Robert Schall zum  2. stellvertretenden Bürgermeister stimmten zehn der elf CDU-Gemeindevertreter gegen ihn; SPD, UKW und Grüne unterstützten ihn. Fraktionschefin Andrea Linfoot (CDU) erläuterte das Vorgehen ihrer Fraktion nicht. Aufklärung leistete der Kandidat selbst. Schall wies auf eine am Tage von der CDU-Fraktion versandte E-Mail hin, worin diese deutlich mache, dass sie ihn wegen seiner neuen beruflichen Tätigkeit bei der Stadt Kiel als Kandidaten ablehnen werde.

Die CDU bezweifle, so Schall, dass er immer zwischen seiner beruflichen Funktion und seinen ehrenamtlichen Aufgaben in Kronshagen trennen können. Die CDU lehnte bei zwei Enthaltungen auch seine Berufung in den Aufsichtsrat der Versorgungsbetriebe Kronshagen ab.

"Niemand hat mit mir das Gespräch gesucht"

"Ich finde es verwunderlich, dass - sollten Bedenken bestehen - niemand mit mir das Gespräch gesucht hat", sagte Schall. Er arbeite beruflich im Stabsbereich von Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und sei Koordinator für die Dezernate Soziales, Gesundheit, Wohnen und Sport sowie Bildung, Jugend und Kreative Stadt - und künftig wohl auch Kultur. Um Interessenkonflikte zu vermeiden, so Schall, sehe die Gemeindeordnung "entsprechende Mitwirkungsverbote vor, die ich selbstverständlich beachten werde".


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