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"Insellösung" ist bundesweites Novum

Bordesholm "Insellösung" ist bundesweites Novum

Die Versorgungsbetriebe Bordesholm bleiben ein mutiger Vorreiter: 1991 kaufte das Unternehmen der Schleswag das örtliche Stromnetz ab, seit 2010 versorgt man die Region mit dem eigenen Glasfasernetz. Mit einem Batteriespeicher startet im Juni das nächste innovative Kapitel der Firmengeschichte.

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Die Versorgungsbetriebe Bordesholm stellten die weitere Planungen für den Bau des zehn Millionen Euro teuren Batteriespeicher vor. Aufsichtsratschef Dr. Jörg Niedersberg (von links), Matthias Leuthold, Sprecher des beauftragten Generalunternehmens sowie Geschäftsführer Frank Günther informierten über Details. 

Quelle: Frank Scheer

Bordesholm. Ende Dezember hat der 100-prozentige Betrieb der Gemeinde den Auftrag für den Bau des zehn Millionen Euro teuren Projekts an den Generalunternehmer Renewable Energy Systems (RES) vergeben. Wegen einer Klage eines unterlegenen Bieters im Ausschreibungsverfahren hatte sich die Auftragserteilung vier Monate verzögert.

Mit dem Batteriespeicher wollen die Versorgungsbetriebe zwei Dinge: Geld verdienen, rund 1 Millionen Euro brutto pro Jahr – und zwar vor allem auf dem bundesweiten Primärregelmarkt. Dort tummeln sich momentan überwiegend die Betreiber großer Kraftwerke, die ihren Strom durch fossile Brennstoffe oder automare Energie erzeugen. In Bordesholm wird momentan bereits 75 Prozent durch regenerative Energie erzeugt

Bordesholm will sich selbst versorgen

Was aber den VBB genauso wichtig ist: Man will Forschungsplattform für eine autarke Kommune in puncto Energie sein. 15 Batteriespeicher gibt es in Deutschland bereits, 15 seien in Planung. Aber eine solche „Insellösung“ wie in Bordesholm, die bei einem Ausfall des vorgelagerten Stromnetzes seine Kunden selbst versorgen soll, ist ein Novum bundesweit. 

VBB-Geschäftsführer Frank Günther geht davon aus, dass der Speicher, der eine Kapazität von 15 Megawattstunden hat, bei einer 50-prozentigen Ladung den Ort 90 Minuten aus eigener Kraft bedienen kann. Zeit genug, um zusammen mit der Biogasanlage eine autarke Versorgungskette aufzubauen. Die Forschungsarbeit wird von der Technischen Universität Köln gemacht.

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Ein Artikel von
Frank Scheer
Holsteiner Zeitung

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