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Heinz-Jürgen Schafranski geht in Rente

Friedhöfe Nortorf Heinz-Jürgen Schafranski geht in Rente

Wer in Nortorf einen Menschen zu Grabe getragen hat, der kennt Heinz-Jürgen Schafranski. Der Friedhofs-Verwalter gibt seit 34 Jahren jedem Toten das letzte Geleit. Im September wird der heute 64-Jährige von der evangelischen Kirchengemeinde St. Martin in den Ruhestand verabschiedet.

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Kleine Findlinge für Urnengräber: Mit dieser Idee entwickelte Friedhofsverwalter Heinz-Jürgen Schafranski (64) eine moderne Bestattungsform.

Quelle: Beate König

Nortorf. Mehr als 4000 Mal war Schafranski Begleiter auf dem Weg zur letzten Ruhestätte, seine Betreuung der Trauernden ist im Kirchenkreis einzigartig. Sie zeigt, wie eng seine Verbindung zum Glauben ist, wie tief verwurzelt er in seiner Aufgabe und in der Kirchengemeinde ist.

Seit Jahrzehnten ist in Nortorf die Verwaltung des Gottesackers eine Familienaufgabe der Schafranskis. Mit seiner Entpflichtung endet eine Ära. „Kirche und Friedhof sind mein Leben“, sagte der Friedshofverwalter. „Ich bin von Geburt an mit der Kirche verbunden.“ Sein Vater war sein Vorgänger. 1963 zog Schafranski als Kind mit der Familie in die Dienstwohnung im weißen Haus an der Niedernstraße, in der er bis heute lebt. 1984 übernahm er die Aufgaben vom Vater, nachdem er zehn Jahre als Gärtner und als Küster gearbeitet hatte.

Zur Pflege von 5,5 Hektar Fläche mit 5000 Grabstellen auf den zwei Friedhöfen in Nortorf kamen in den vergangenen Jahren auch das Entwickeln moderner Urnen-Gräberfelder. „Als ich anfing, lag die Zahl der Urnenbestattung bei lediglich zehn Prozent. Die Bestattungskultur hat sich grundlegend verändert.“ 2016 kam als Aufgabe die Betreuung des 1,5 Hektar großen Friedhofs in Aukrug dazu. Schafranski übergibt ein zeitgemäß bestelltes Feld: Bei der Umstellung des handschriftlich geführten Beerdigungsbuches auf EDV in den 90er-Jahren war er Vorreiter im Kirchenkreis, erinnert Pastorin Anna Trede. Seit 2013 pflegte er die Daten jeder Grabstelle in das digitale Programm ein, entwarf eine Übersichtskarte.

2018 schließt er Projekte ab. In die etwas düstere Kapelle auf dem Neuen Friedhof am Jungfernstieg wurde jetzt ein neues Fenster eingesetzt, der Bauhof wurde umgebaut, der Maschinenpark ist erneuert.

„Es wird eine große Umstellung sein, wenn Heiner Schafranski geht“, weiß Pastorin Trede. Wenn er mit Trauernden über Auswahl der Grabanlage spricht, nimmt er auch eine Seelsorger-Position ein. „Die Menschen sind in einer Ausnahmesituation.“

Eine Sitzbank auf dem ehemaligen Arbeitsplatz will Schafranski nicht zum Abschied. Er freut sich auf seine offizielle Entpflichtung am 30. September. „Dann atme ich durch. Eine Last fällt von mir ab.“
Regelmäßiger Besucher auf dem Friedhof wird er weiter bleiben, als Mitglied im Vereins zur Förderung der Grabdenkmale.

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