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Rendsburg Energiereich strömende Töne
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17:31 23.12.2018
Von Beate König
Die Kantorei der St. Martin-Kirche und der Reger Chor sangen das Weihnachtsoratorium gemeinsam. Quelle: Beate König
Nortorf

Die Kirchenbänke waren am Sonnabendabend bestens besetzt. 360 Karten, deutlich mehr als in den Vorjahren, waren verkauft worden.
Kantor Hein konnte auf einen bestens präparierten Chor bauen. Alle zwei Jahre führt die Kantorei von St. Martin die Kantaten I bis III des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach auf. Die Noten, selbst die tonreichen Koloratur-Kaskaden, sind den zu einem Klangkörper vereinten Chören präsent.

Sofort konnten die rund 80 Choristen Tempo-Vorgaben des Kantors Ulrich Hein aufnehmen und unterschiedliche Klangfarben abrufen. Die durchweg energiereich strömenden Töne machten die Interpretation spannend: Elastisch, sauber und mitreißend federten die Fugeneinsätze beim Choral „Dienet dem Herren“. Der dringende Wunsch nach Licht war im Choral „Brich an, Du schönes Morgenlicht“ zu hören. Der Auftrag an die Zuhörer „Seid froh dieweil!“ hatte bei aller entschiedenen Zuversicht einen mahnenden Unterton.

Das Quartett der Solisten überzeugte mit hohem Niveau.
Florian Sievers betörte mit einer auch in höchsten Höhen leuchtenden Tenorstimme als Evangelist. Mit edlem Alt-Ton verwandelte Anne-Beke Sonntag die Arie „Schlafe, mein Liebster“ in einen Genussmoment. Kunstgriff in der Interpretation: Bei jeder Wiederholung setzte Kantor Hein kurz ab und nahm das Tempo für den Neuanfang leicht zurück.

Jörg Sabrowski entfesselte in der Arie „Großer Herr und starker König“ mit markantem Bass Dramatik in kultiviertem Format. Katharina Sabrowski überzeugte mit strahlend-sicherem Sopran in „Und der Engel sprach zu Ihnen.“
Innig, dabei tänzerisch leicht und zugleich lyrisch gelang dem Orchester eine farbenreiche, im Tempo in Lautstärke angenehm zurückgedimmte Version der „Sinfonia“ zu Beginn der zweiten Kantate.

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