Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Segeberg 200 Bußgelder - kein einziges bezahlt
Lokales Segeberg 200 Bußgelder - kein einziges bezahlt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 23.08.2017
Von Gerrit Sponholz
Mindestens 200 Mal verhängten Behörden Bußgelder gegen die Prostituierten an der B 206 - vergeblich. Quelle: Gerrit Sponholz

Der Rechtsstaat gerät offenbar an seine Grenzen. Mindestens 200 Mal verhängten Behörden Bußgelder - vergeblich. Wegen des großen, aber ergebnislosen Aufwands stellt der LBV die Verfahren ein. Die Polizei will dagegen weiter gegen die Prostitution an der B 206 vorgehen. Denn sie gilt als „unerlaubte Sondernutzung“, sagt Nico Möller, Pressesprecher der Polizeidirektion Bad Segeberg.

Polizei kontrolliert weiterhin

Regelmäßig werde an den Parkplätzen Streife gefahren, erläutert Möller. Falls die Polizisten Prostituierte antreffen, werde eine Anzeige wegen einer Ordnungswidrigkeit gefertigt, eventuell auch ein Platzverweis verhängt. In seltenen Fällen wird nach seinen Angaben eine Frau in Gewahrsam genommen, also woanders hingefahren oder auf die Wache gebracht. Wie die Ordnungswidrigkeiten weiter verfolgt werden, liegt in den Händen des LBV. Er ist für die Parkplätze zuständig.

Bußgeldbescheide erreichen Empfängerinnen nicht

Der Landesbetrieb untersteht dem Landesverkehrsministerium. Dessen Pressesprecher Harald Haase bestätigt, dass der LBV mehrere Dutzend Verfahren betrieben habe. Es seien auch Mahngebühren verhängt worden. In früheren Stellungnahmen der Behörden war von 100 Euro Bußgeld die Rede gewesen, in einem zweiten Schritt von 150 Euro, jeweils plus 25 Euro Bearbeitungsgebühr.

Doch gezahlt hat keine einzige Prostituierte. Weil kein Wohnort ermittelbar war. Oder die Frauen Briefe nicht beantworteten. Das Fazit: Viel Aufwand, kein Geld. Das Ministerium sei mit seinen rechtlichen Instrumenten am Ende, sagt Pressesprecher Haase. Zuletzt haben sich nur noch wenige Prostituierte blicken lassen, und die eher selten. Meist warten sie auf dem Parkplatz in Höhe Hartenholm auf Kunden. Viele Kolleginnen hatten den Rückzug angetreten, nachdem die Polizei im Sommer 2015 begonnen hatte, eine härtere Linie zu fahren.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Ärger über verschimmelte Bio-Eier muss gesetzliche Konsequenzen haben, fordert die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein: „Der Fall um zugekaufte Eier des Hofs Spahr offenbart einmal mehr erhebliche Mängel in der Kennzeichnungspflicht, die umgehend abgestellt werden müssen.“

Ulrich Metschies 22.08.2017

Vorwürfe gegen das Segeberger Kreisveterinäramt hat am Dienstag vor dem Schöffengericht Bad Segeberg ein Tierarzt aus Bad Bramstedt erhoben. Dass der Hof des Angeklagten aus Todesfelde im Visier der Kreisveterinäre war, sei nicht gerechtfertigt gewesen, sagte er.

Gerrit Sponholz 22.08.2017

In der Gemeinde Lentföhrden liegt zur Zeit einiges im Argen: Die Feuerwehr hat ein Platzproblem, die Kindertagesstätte platzt aus allen Nähten, der Bauhof hat keine eigenen Räume. „Ein haltloser Zustand“, findet Bürgermeiser Nobert Dähling. Doch er hat schon eine Lösung in der Tasche.

Klaus-Ulrich Tödter 22.08.2017
Anzeige