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Segeberg Südstadtpark: Kicken hinter der Wand
Lokales Segeberg Südstadtpark: Kicken hinter der Wand
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06:00 08.11.2018
Von Michael Stamp
Um das Spielfeld im Südstadtpark soll von drei Seiten eine vier Meter hohe Lärmschutzwand gezogen werden. Quelle: Michael Stamp
Bad Segeberg

Im Rahmen des Projektes „Soziale Stadt“ ist der Südstadtpark für etwa eine halbe Million Euro aufgehübscht worden. Jeweils ein Drittel haben Stadt, Kreis und Land bezahlt. Um auch für die Jugend etwas Attraktives zu bieten, wurde ein Multifunktionsspielfeld errichtet, das unter anderem zum Spielen von Basketball, Fußball und Tischtennis einlädt.

Das Problem: Der früher weitgehend verwaiste 15000-Quadratmeter-Park wird jetzt tatsächlich genutzt. Gern auch mal am Abend und mit lauter Musik. Und weil Tornetze oft schon in der Nacht nach dem Anbringen zerschnitten oder angekokelt werden, hat sich die Stadt für robuste Metalltore und -fangzäune entschieden. Dummerweise scheppert es gewaltig, wenn die Bälle dagegen prallen. Das nervt viele Anwohner. Abhilfe soll die Vier-Meter-Wand schaffen, die 70000 Euro kosten und das Spielfeld von drei Seiten umschließen wird.

Schon in den Ausschussberatungen hatte Grünen-Fraktionschefin Annelie Eick beantragt, das Remmidemmi-Problem dadurch zu beenden, dass man die Spielgeräte wieder entfernt. Ihr Vorschlag: Man sollte Tore und Fangzäune bei der Neugestaltung des Pausenhofs an der Schule am Burgfeld aufbauen. Annelie Eick wies darauf hin, dass das Nutzen des Spielfeldes im Südstadtpark mittlerweile ohnehin nur bis zu einem Alter von 14 Jahren erlaubt ist. „Es dürfen dort nicht mal mehr Eltern mit ihren Kindern spielen.“

Grüne wollten Spielanlage lieber an der Schule am Burgfeld aufbauen

Von der Lärmschutzwand hält Annelie Eick nichts. Sie vermutet, dass dagegen ebenfalls Bälle geschossen werden. „Auch diese Wand wird eine Abprallfläche sein“, warnte die Grünen-Fraktionsvorsitzende. Sie wies darauf hin, dass der Lärm die zulässigen Grenzwerte zu manchen Tageszeiten um 12 Dezibel übertrifft und die Lärmschutzwand nur 6 Dezibel davon schluckt. Ihr Fraktionskollege Jörg Jokisch warnte: „Diese hohe Summe soll für eine Maßnahme ausgegeben werden, die nicht greifen wird.“

Annelie Eick ergänzte, dass die Lärmwerte bislang nur errechnet worden sind. In dem Fall, dass Anwohner gegen die Stadt vor Gericht ziehen, würde der Krach im Südstadtpark jedoch gemessen – und dann könnten sogar noch größere Probleme offenbar werden als bisher. Annelie Eick: „Mit den 70000 Euro könnten wir andere Spielplätze wieder flott machen.“

Die Freie Wählergemeinschaft BBS kann die Sorgen der Anwohner nachvollziehen, sieht aber keine Alternative zur Lärmschutzwand. Die FDP kritisierte den Vorstoß der Grünen: "Man verschiebt die jungen Leute“, sagte Anna Patricia Thomsen. „Nach dem Motto: Du bist hier nicht willkommen, da nicht und da auch nicht!“

Große Mehrheit für den Bau der Lärmschutzwand

Jens Lichte (SPD), der den laufenden Prozess „Jugendgerechte Kommune“ eng begleitet, war regelrecht auf der Zinne. „Der Antrag der Grünen hat mich erschüttert. Da wird drei Jahre versucht, der Jugend ein Wort und eine Stimme zu geben. Dann können wir doch nicht diesen Prozess konterkarieren.“ Ein Abbau wäre eine Lösung, die die Jugend zutiefst frustrieren würde.

Für den Abbau votierten nur die vier Stadtvertreter der Grünen. Es gab 22 Gegenstimmen. Beim Beschluss für die Lärmschutzwand waren 21 Kommunalpolitiker dafür, die vier Grünen dagegen – und einer enthielt sich. Anwohner des Südstadtparks bedankten sich wenige Minuten später im Bürgersaal für diese Entscheidung.

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