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Nach tödlichem Unfall im Juni

AKN- Übergang in Nützen wird sicherer

Von Michael Zwicker

Der AKN-Bahnübergang „Wüsten“ zwischen Nützen und Kaltenkirchen erhält Schranken. Im Juni war eine 21-Jährige bei einem Zusammenstoß ihres Autos mit einem Zug getötet worden.
Bereits mit Andreaskreuzen und Lichtzeichenanlage ist in Nützen der AKN-Bahnübergang „Wüsten“ gesichert. In einigen Wochen sollen noch Halbschranken hinzukommen.

Bereits mit Andreaskreuzen und Lichtzeichenanlage ist in Nützen der AKN-Bahnübergang „Wüsten“ gesichert. In einigen Wochen sollen noch Halbschranken hinzukommen.

© Michael Zwicker

Nützen. „Geplant ist, den Übergang im Januar zusätzlich mit Halbschranken zu sichern“, sagt AKN-Sprecherin Monika Busch. Das Genehmigungsverfahren wurde sofort nach dem Unfall im Juni gestartet. Auf knapp 100000 Euro wurden die Kosten veranschlagt. Außer der AKN Eisenbahn AG haben auch die Gemeinde Nützen und das Land zugesagt, ihren gesetzlich vorgeschriebenen Kostenanteil von je einem Drittel zu übernehmen. „Wir haben alle einen Strang gezogen und das in die gleiche Richtung“, freut sich Nützens Bürgermeister Klaus Brakel.

 Die Schienenquerung „Wüsten“ wird im Vergleich zu den beiden schon beschrankten Nützener AKN-Übergängen in der Bahnhofstraße und im Wehdenweg wenig genutzt. Radler sind dort gelegentlich unterwegs, zudem Autofahrer, um zu den Tennisplätzen an der Schirnau in Kaltenkirchen zu gelangen oder um in der Feldmark spazieren zu gehen. Die verunglückte junge Frau war am 19. Juni auf dem Rückweg von einem Reiterhof, auf dem der Betrieb inzwischen ruht. Die Signalanlage am Bahnübergang hatte am Unglückstag einwandfrei funktioniert. Das stellten AKN-Techniker fest.

 Eine gesetzliche Regelung oder anderweitige Vorgaben, dass Bahnübergänge ab einer bestimmten Nutzungsfrequenz mit Schranken ausgestattet sein müssen, existieren nicht. Alle zwei Jahre gibt es eine Verkehrsschau, bei der Mitarbeiter unter anderem von Straßenverkehrsbehörde, Eisenbahnaufsicht und Polizei alle Bahnübergänge auf Mängel prüfen. „Dabei ist unter anderem darauf abzuheben, ob die Sicherung des Bahnübergangs noch den verkehrlichen Gegebenheiten genügt. So gab es auch bei unserer letzten Verkehrsschau im Kreis Segeberg am 1. Juni 2011 hinsichtlich der Sicherungsarten keinerlei Beanstandungen“, sagte Helmut Trappe von der Landeseisenbahnverwaltung des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr. Auf den Linien A1, A2 und A3 der AKN wurden alle insgesamt 118 öffentlichen Bahnübergänge geprüft. Zwischen den Verkehrsschauen untersuchen sie AKN-Techniker zusätzlich regelmäßig.

 „Grundsätzlich gibt es keine ungesicherten Bahnübergänge“, betont AKN-Pressesprecherin Busch. Auch wenn nur rot-weiße Andreaskreuze aufgestellt sind, gelte das als Sicherung. Die AKN hatte in den vergangenen Jahren aber erheblich aufgerüstet und an immer mehr Übergängen Lichtzeichenanlagen mit oder ohne Schranken installiert.

 Dennoch gibt es immer noch kein Mittel gegen menschliche Unvernunft und grobe Fahrlässigkeit. Die AKN registriert durchschnittlich jeden Tag einen Beinahe-Unfall, weil irgendjemand noch schnell zu Fuß, mit dem Rad oder Auto über einen Bahnübergang zu gelangen versucht, obwohl schon das Rotlicht leuchtet oder Schranken sich senken. Die Vorfälle werden von Überwachungskameras aufgezeichnet oder von Lokführern beobachtet und gemeldet.

 „Züge können anders als andere Verkehrsteilnehmer nicht ausweichen. Hinzu kommt, dass sie einen deutlich längeren Bremsweg als ein Auto oder Lastwagen haben. Bei Tempo 100 benötigt ein AKN-Triebwagen bis zu 700 Meter, bis er zum Stillstand kommt. Der Fahrzeugführer hat also keine Möglichkeit, rechtzeitig zu bremsen, wenn sich ein Hindernis auf den Schienen befindet“, erläutert Pressesprecherin Busch. In den vergangenen zehn Jahren haben sich auf allen AKN-Übergängen zusammen 24 Unfälle ereignet, einer davon - der im Juni in Nützen – mit tödlichem Ausgang.

 Nach Recherchen von AKN-Mitarbeitern und anderen Verkehrsexperten nehmen Verkehrsteilnehmer die Dauer der Rotphasen und Schrankenschließzeiten unterschiedlich wahr. „Gerade unter Zeitdruck wird die subjektiv gefühlte Wartezeit oft als doppelt so lang wie die tatsächliche empfunden. Jeder achte Unfall in Deutschland geht auf die Ursache zurück, dass Halbschranken noch schnell umfahren werden. Wir sind bestrebt, die Wartezeiten an unseren Bahnübergängen möglichst gering zu halten, soweit es uns technisch möglich ist und es den gesetzlichen Vorschriften entspricht“, betont AKN-Sprecherin Busch. Maximal vier Minuten sind AKN-Schranken geschlossen und leuchten die Warnlichter, bevor ein Zug kommt.

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