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Segeberg Gutshaus wird neues Heim für Kinder
Lokales Segeberg Gutshaus wird neues Heim für Kinder
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07:00 08.11.2018
Das Herrenhaus auf dem ehemaligen Landgestüt Traventhal wird zu einer Kinder- und Jugendeinrichtung: Tobias Krannich (45, l.) und Olav Kautz (47) sind die Geschäftsführer der neuen Schloss Traventhal GmbH. Quelle: Nadine Materne
Traventhal

Kinderheim würde es der Laie nennen. Ein Fußball und mehrere Roller liegen verteilt auf dem Rasen vor dem immer noch imposanten Gebäude mit hohen Stuckdecken. Seit Sommer haben Olav Kautz und Tobias Krannich, die beiden Geschäftsführer der neu gegründeten Schloss Traventhal GmbH, die Betriebserlaubnis für die Betreuung von acht Kindern. Die Vier- bis Zwölfjährigen leben im Obergeschoss in einer Wohngruppe zusammen mit mehreren Betreuern und Hauswirtschaftskräften. Zum nächsten Jahr wollen Krannich und Kautz zwei weitere Gruppen eröffnen, das Antragsverfahren laufe bereits.

Über 20 Jahre Erfahrung in der Kinder- und Jugendhilfe

Tobias Krannich ist seit über 20 Jahren in der Kinder- und Jugendhilfe tätig. „Nicht-Fachkraft“ Olav Kautz ist als Diplom-Kaufmann für den kaufmännischen und juristischen Teil des Unternehmens zuständig. Die beiden Männer verbindet eine langjährige Freundschaft. Bei einer Feier im vergangenen Jahr lernte er das Haus und die Eigentümerfamilie kennen. Er sah das Potenzial des Gebäudes für eine soziale Einrichtung und überzeugte die Besitzer, aus dem Gutshaus ein Zuhause für vernachlässigte Kinder zu machen.

„Wir betreuen Sozialwaisen“, sagt Kautz. „Die Pädagogen hören den Begriff nicht gern.“ Er findet ihn treffend. Es gehe um Kinder und Jugendliche, deren Eltern nicht willens oder nicht in der Lage seien zur elterlichen Sorge. Aus ganz verschiedenen Gründen. Vermittelt werden die betroffenen Kinder von den Jugendämtern.

Die Kinder sollen in „Schloss Traventhal“ – in Anlehnung an die Historie des Hauses – in großfamilienähnlichen Strukturen leben. Jedes Kind hat sein eigenes Zimmer, es gibt Gemeinschaftsräume und gemeinsame Aktivitäten. Kautz und Krannich legen Wert darauf, dass viel Zeit in der Natur verbracht wird. „Wir können und wollen die Eltern aber nicht ersetzen“, betont Kautz. Wo es möglich ist, werden die Eltern der Kinder miteinbezogen. Es gibt Gespräche und Treffen. Regelmäßig erhalten sie Fotos. Die Rückkehr der Kinder in ihre eigene Familie sei auch bei der vollstationären Jugendhilfe das Ziel.

Am Ende sollen 24 Kinder und Jugendliche Platz haben im Gutshaus

Sobald die Baugenehmigung vorliegt, soll im Erdgeschoss des Gebäudes eine zweite Wohngruppe für acht Kinder entstehen. Im Anbau ist Platz für eine dritte. Letztendlich sollen hier bis zu 24 Kinder und Jugendliche leben können. So ist der Plan, der auch für das ortsprägende Gebäude eine langjährige Nutzung gewährleisten könne, ist Kautz überzeugt.

Von Nadine Materne

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