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Segeberg Ausstellung zu NSU-Verbrechen im BBZ
Lokales Segeberg Ausstellung zu NSU-Verbrechen im BBZ
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16:52 19.11.2018
Die Wanderausstellung über "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" ist für zwei Wochen im BBZ in Bad Segeberg zu sehen. Quelle: Nadine Materne
Bad Segeberg

„Man sollte wissen, was dort passiert ist“, findet BBZ-Schülerin Hannah Döring. Viel zu wenig sei über die Opfer der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund bekannt. Zusammen mit einigen Mitschülern und Politiklehrer Joachim Krüger hat sie die 24 Schautafeln der Wanderausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" aufgehängt. Die Ausstellung ist seit diesem Montag im Foyer des Hauses B zu sehen.

Enver Simsek, Abdurrahim Özüdogru, Süleyman Tasköprü, Mehmet Turgut, Habil Kiliç, Ismail Yasar, Mehmet Kubasik, Theodoros Boulgarides, Halit Yozgat und die Polizistin Michèle Kiesewetter – ihrem Leben widmet sich der erste Teil der Ausstellung. Wo sie geboren und aufgewachsen sind. Ihren Familien. Ihrem gewaltsamer Tod.

"Die Brutalität ist erschreckend"

„Das trifft mich wirklich sehr, wenn man liest, dass sie selbst Familie hatten“, schildert Alina Grams (20), welches Leid verursacht wurde. In Erinnerung bleibt den Frauen aus Krügers Kurs vor allem das Schicksal von Mehmet Kubasiks Tochter, die ihren Vater am 4. April 2006 tot in seinem Kiosk fand als sie von der Schule kam. „Das ist so schrecklich“, flüstern die Schülerinnen. „Auch die Brutalität ist erschreckend“, betont Charlotte Hartmann. Die 16-Jährige muss vor allem an den Mord des Blumenhändlers Enver Simsek denken. Am 9. September 2000. „Er wurde mit acht Kugeln getötet, eine ging durch das Auge.“

Einige der Opfer haben gelitten, bevor sie gestorben sind, ergänzt Arlette Witt. „Am schlimmsten fand ich, dass die Familien selbst lange unter Verdacht waren“, meint Charlotte Hartmann. Die zweifelhafte Rolle der Ermittler werden im zweiten Teil der Ausstellung aufgegriffen, die Gründe, warum die Mordserie so lange unentdeckt blieb. Und es kommen Angehörige der Opfer zu Wort, die auch nach dem NSU-Prozess viele Fragen haben.

Vor dem Hintergrund des zunehmenden Rechtsextremismus' legt Lehrer Krüger großen Wert darauf, dass Ausstellungen wie die zum NSU an der Schule gezeigt werden. „Es ist wichtig, die Schüler zu sensibilisieren für Bedrohung von rechts. Und auch links“, sagt er. Die Ausstellung zeige, wie wahllos der NSU-Terror unschuldige Menschen getroffen habe, allein wegen ihrer Herkunft.

Ausstellung ist öffentlich zugänglich

Die Ausstellung wurde 2012/13 erarbeitet von Diplom-Sozialwirtin Birgit Mair, eine Expertin für Rechtsextremismus. Im Frühjahr diesen Jahres wurde die Ausstellung aktualisiert. Inzwischen wurde sie bundesweit mehr als 170 Mal gezeigt. Im BBZ ist sie bis zum 30. November zu sehen. Das Foyer im Haus B ist öffentlich zugänglich. Schulklassen sollten sich anmelden per Email an: Joachim.Krueger@bbz-se.de

Von Nadine Materne

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