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Segeberg Beschwingter Abend für ernsten Zweck
Lokales Segeberg Beschwingter Abend für ernsten Zweck
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19:35 20.12.2017
Von Einar Behn
Rüdiger Nehberg (rechts) unterhielt sich auch mit dem Publikum, hier im Gespräch mit dem früheren Bundespolizisten Werner Kinder. Quelle: Jann Roolfs

Das Bundespolizeiorchester Hannover gastiert schon seit Jahren vor Weihnachten in Bad Bramstedt, schließlich sitzt in der Stadt eine Bundespolizeidirektion. Die beschloss, dass es in diesem Jahr anders laufen sollte als gewohnt: Statt nachmittags gratis vor geladenem Publikum zu spielen, sollte das Orchester abends gegen Eintritt vor möglichst vielen Zuhörern ein Benefizkonzert geben. Rund 400 Besucher und eine Spende in Höhe von rund 3200 Euro bestätigten die Idee.

An wen der Erlös gehen soll, da fragten die Bundespolizisten beim prominenten Bad Bramstedter Arved Fuchs an. Und dem fiel gleich „Target“ ein. Mit diesem Projekt versucht sein Freund Rüdiger Nehberg, die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung auszurotten. Der Survival-Experte Nehberg erläuterte sein Projekt im Kurhaustheater selbst. Die zehn höchsten islamischen Geistlichen hätten in einem Gutachten festgestellt, dass die immer noch weit verbreitete weibliche Beschneidung nicht mit dem Koran vereinbar sei.

Konkret soll der Erlös des Abends  in den Aufbau eines „Wunders mitten in der Wüste“ gehen, erklärte seine Frau Annette: eine Geburtshilfeklinik in Äthiopien. Dort sollen Frauen sicher ihre Kinder zur Welt bringen und verstümmelten Mädchen die Scheidenöffnungen wieder erweitert werden.

Ein guter Zweck hilft natürlich beim Genießen, aber gekommen waren die 400 Besucher in erster Linie wegen der Musik. Und die überzeugte; sogar die 17-jährige Elina Behrens aus Kiel, die sich sonst mit Hiphop beschäftigt, befand: „Das hat mir sehr gut gefallen. Das ist alles sehr modern gemacht, nicht langweilig.“ Ihr Vater Norbert Behrens war vor allem von Gastsängerin Christina Patten angetan: „Ich bin sehr begeistert von der jungen Sängerin. Wir haben uns schon gefragt, warum wir den Namen noch nicht kennen.“ Ganz unbekannt ist Patten in Bad Bramstedt. Als Jugendliche hatte sie hier schon einmal einen Casting-Wettbewerb gewonnen.

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