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Segeberg Die wahre Geschichte des Biotops
Lokales Segeberg Die wahre Geschichte des Biotops
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06:06 10.04.2019
Von Einar Behn
Hartmut Müller von der Initiative "Erhaltet das Stadtbild" hat die Untere Naturschutzbehörde eingeschaltet und ihr diverse Unterlagen geschickt. Quelle: Einar Behn
Bad Bramstedt.

Kröger schilderte, sein Großvater habe 1931 das Land vom damals aufgelösten Gut Bissenmoor gekauft. Das Wohnhaus hatte die Hamburger Familie Lagerfeld erworben, wodurch Modeschöpfer Karl Lagerfeld einen Teil sein Jugendzeit dort verbrachte. „Als mein Großvater das Land kaufte, war der Teich schon da“, so Kröger. Es sei ein Karpfenteich des Gutes gewesen. Kröger ist im Besitz einer alten Militärkarte aus dem 18. Jahrhundert, auf der, wenn auch etwas unpräzise, schon ein Gewässer eingezeichnet ist. Die Behauptung also, der Teich sei ungenehmigt, nur weil es im Rathaus keine Unterlagen darüber gibt, „ist völlig absurd“, so Kröger

Schlange schwammen auf dem Wasser

Außerdem lässt er keinen Zweifel daran, dass es sich um ein Biotop handelt. „Hier lebten Amphibien und Schlangen“, weiß Kröger, der noch heute in einem Neubau in Sichtweite des Teiches wohnt. „Ich bin hier aufgewachsen und kenne den Teich seit meiner Kindheit“, so 65-Jährige. „Als Kind hörten wir immer: ,Passt auf, da sind Schlangen’.“ Es waren wohl harmlose Ringelnattern.

Als sein Vater starb, wurden die Ländereien unter den drei Brüdern aufgeteilt. Der Mittlere bekam den Teich.  Im vergangenen Jahr wurde dann auf dem früheren Wandrey-Gelände im Bissenmoor ein weiteres kleines Baugebiet erschlossen. Auch dieses wird indirekt in den Teich entwässert. Ein Regenrohr läuft auf öffentlichem Grund in den Graben, der zu dem Teich führt. Der Graben gehört zwar der Familie, er ist aber auch dem Wasserverband Bramau angeschlossen. Eine Einleitung ist dadurch zulässig.

Drainagerohre werden missbraucht

Doch es wird noch mehr Wasser eingeleitet. Der Wohn- und Golfpark hat zwar keine Regenwasserkanalisation, die Hauseigentümer müssen ihr Wasser auf den Grundstücken versickern lassen. Hans Kröger weiß aber, dass das nur leidlich funktioniert. Drainagerohre, die eigentlich für einen niedrigen Grundwasserstand sorgen sollen, werden für die Regenwasserableitung missbraucht. Je mehr in dem Gebiet gebaut wird und damit Oberflächen versiegelt werden, desto mehr Wasser falle auch an. Die Stadt habe nun offenbar die Absicht, das Biotop zu einer Art Regenrückhaltebecken umzufunktionieren. Es solle ausgebaggert werden, damit es mehr Wasser aufnehmen kann. 

Sein Bruder, der Erbe des Teiches, hat das Gewässer im September letzten Jahres an die Stadt verkauft. Er ist nach Dänemark gezogen. Schon kurz darauf wurden fast alle Bäume in dem Biotop gefällt. Im Herbst dieses Jahres soll er ausgebaggert werden.

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