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Segeberg 100 Jahre nach Kriegsende renoviert
Lokales Segeberg 100 Jahre nach Kriegsende renoviert
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22:05 23.07.2018
Von Einar Behn
Straßenbaumeister Frank Müller (links) und der Auszubildende Jannik Haus erneuerten in den letzten Tagen die Treppen zu dem Denkmal im Herrenholz. Quelle: Einar Behn
Bad Bramstedt

Im Auftrag des städtischen Bauamtes war der Wegezweckverband im Herrenholz tätig. „Der Bauhof hatte dafür keine Kapazitäten frei“, erklärte Bauamtsleiter Frank Duwe. Über die Kosten konnte er keine Angaben machen. Straßenbaumeister Frank Müller und der Auszubildende Jannik Haus erneuerten in den letzten Tagen die Treppen zu dem Denkmal, auf denen regelmäßig am Volkstrauertag Kränze niedergelegt werden. Die alten Klinkersteine waren brüchig und zerfressen vom Kot der Krähen, die jedes Jahr im Herrenholz brüten. Die beiden Handwerker haben sie durch kleines Granitpflaster ersetzt, das 2015 bei der Bleecksanierung unter dem Asphalt entdeckt worden war. Gestützt wird das Pflaster mit Granitplatten.

1924 wurde der Grundstein gelegt

Erschaffen hat das Denkmal der deutsche Bildhauer Heinrich Mißfeldt (1872 – 1845). Er schuf in den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts viele Denkmäler, beispielsweise in Bad Segeberg aber auch das Klaus-Groth-Denkmal am Kleinen Kiel in der Landeshauptstadt, sein größtes Werk.

Die Grundsteinlegung in Bad Bramstedt erfolgte 1924. Zuvor hatte sich ein Ausschuss aus Honoratioren der Stadt gebildet, der Spenden für das Ehrenmal sammelte. Schon ein Jahr davor hatte es den Versuch gegeben, ein Denkmal für die Gefallen zu errichten. Die gesammelten Spenden wurden dann aber ein Opfer der Hyperinflation 1923. Erst mit der Einführung der Rentenmark kamen dann wertstabile Spenden für das Denkmal zusammen. 53 Bad Bramstedter gaben laut einer noch erhaltenen Liste zwischen 40 und 1000 Rentenmark.

52 Bad Bramstedter spendeten für das Denkmal

Vorsitzender des Ausschuss war der Lehrer Otto Schnepel. In einer Urkunde für die Spender schrieb er von der „tiefen Erniedrigung Deutschlands“ durch das „Versailler Friedensdiktat“. Von Trauer um die Toten war nicht die Rede, vielmehr sei das Ehrenmal gedacht als „Zeichen des Dankes an die Gefallenen und eine Mahnung an das lebende Geschlecht und die Nachkommen, den herrlichen Geist unsrer Gefallenen lebendig zu halten...“, schrieb Schnepel.

Aus heutiger Sicht wirkt das Denkmal pathetisch, ist damit aber auch ein Zeuge des Helden verehrenden Zeitgeistes: Es bildet eine trauernde Frau kniend vor einem mit Lorbeer gekränzten Soldatenhelm ab. Die Namen 90 gefallener Soldaten sind daneben in Granitplatten graviert. Die meisten starben in den Schützengräben in Frankreich und Russland.

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