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Segeberg Flüchtlinge finden keine Wohnungen
Lokales Segeberg Flüchtlinge finden keine Wohnungen
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17:04 12.02.2018
Von Sylvana Lublow
Hans Arns (hinten, Mitte) und seine Schützlinge Nechirvan Jamil Hamid (links), Fatima Haydari (vorne links), Zahra Rezai und ihr Mann Wahidullah Rezai suchen Wohnungen. Quelle: Sylvana Lublow

In den 14 Dörfern des Amtes Bad Bramstedt-Land sind derzeit noch 200 Flüchtlinge untergebracht. Betreut werden sie von ehrenamtlichen Helfern und von Hans Arns, Flüchtlingsbeauftragter des Amtes. Er ist die meiste Zeit verzweifelt. Der Grund: Ein Großteil der Flüchtlinge will nicht länger in den Dörfern leben. Sie möchten in die nahe gelegenen Städte oder Großgemeinden ziehen. Doch Wohnungen zu finden, erweist sich als äußerst schwierig. „Egal, bei welcher Genossenschaft, bei welchen Eigentümern oder Hausverwaltungen ich anrufe: Hören sie, dass ich Wohnraum für Flüchtlinge suche, bekomme ich ein Nein als Antwort“, erklärt Hans Arns: „Das ist frustrierend.“ Dabei würden die Vermieter kein Risiko damit eingehen: „Die Miete zahlt das Jobcenter und einige der Flüchtlinge verdienen auch schon eigenes Geld“, sagt Arns.

Dass es für die Flüchtlinge schwierig ist, sich zu integrieren, wenn sie in kleinen Dörfern ohne gute Verkehrsanbindung leben, kann Arns verstehen. Besonders zwei Familien aus Afghanistan bereiten ihm derzeit Sorgen. Sie leben seit zwei Jahren zusammen in einer großen Wohnung in Weddelbrook. Fatima Haydari (33) mit ihrem Mann und zwei Kindern sowie Zahra Rezai (24) mit Mann und einem Kind, bald allerdings zwei: Rezai ist im sechsten Monat schwanger. Die Frauen haben gerade ihren Integrationskursus in Kaltenkirchen abgebrochen, weil es für sie zu beschwerlich ist, dort frühmorgens mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Ihre Kinder besuchen die Schule und Kita in Bad Bramstedt. „Ich suche seit einem Jahr eine Wohnung, aber es klappt nicht“, sagt Fatima Haydari. „Warum gibt es keine Wohnungen für uns“, fragt Zahra Rezai verzweifelt.

Sven Klinger von der Amtsverwaltung Bad Bramstedt-Land kennt die Sorgen der Flüchtlinge. Sie stehen fast wöchentlich in seinem Büro. Doch ihm sind die Hände gebunden. „Wir konnten den Familien Wohnungen anbieten, eine in Hitzhusen und eine in Wiemersdorf. Doch das Angebot haben sie abgelehnt. Sie wollen unbedingt in die Stadt“, sagt er. Dort haben weder Klinger noch Hans Arns Einfluss auf den Wohnungsmarkt. „Ich würde es begrüßen, wenn sich einige Vermieter für die Flüchtlinge öffnen könnten“, so Arns. Er betreut auch viele junge Männer, die es auf den Dörfern nicht aushalten, weil es für sie dort zu einsam sei.

„Ich weiß, dass es auch für Deutsche schwierig ist, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Aber Flüchtlinge von vornherein abzulehnen, das kann ich nicht nachvollziehen“, findet Arns.

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