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Segeberg Kütbachs Kampf um die Wählergunst
Lokales Segeberg Kütbachs Kampf um die Wählergunst
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14:36 11.10.2018
Von Einar Behn
Hans-Jürgen Kütbach beantwortet akribisch alle Fragen. Magrit Bühler und ihre Mutter Christel Marquadt hören aufmerksam zu. Quelle: Einar Behn
Bad Bramstedt

Rund 50 Prozent der Wahlberechtigten waren beim ersten Urnengang zu Hause geblieben. Bei ihnen sieht Kütbach noch Potential. Deshalb steht er nun jeden Sonnabend auf dem Wochenmarkt, wo es viele aufmunternde Stimmen für ihn gibt, aber auch diese einer Passantin: „Nun müssen Sie aber auch mal aktiv werden, sonst verlieren Sie noch.“

Kütbach selbst sagt, er hätte vor der ersten Wahl mehr machen müssen. „Ich war von der Professionalität meiner Kontrahentin überrascht worden.“ Verena Jeske hat sich von einem Coach auf den Wahlkampf vorbereiten lassen. „Das ist völlig legitim“, sagt Kütbach. „Ich hatte damit aber nicht gerechnet und ich fand’ es auch nicht nötig, von Haus zu Haus zu gehen wie Frau Jeske, um mich vorzustellen.“ Ihn kenne doch jeder.

Kütbach muss für alle Fehler gerade stehen

Ein Anwohner der Holsatenallee spricht Kütbach auf dem Wochenmarkt an. „Sie haben mir doch schon vor zwei Jahren versprochen, dass vor meiner Haustür endlich die Straße wieder in Ordnung gebracht wird.“ Kütbach verspricht Abhilfe. Zum Reporter sagt er: „Bauamt und Bauhof sind ohnehin überlastet, ich kann denen nicht dauernd neue Aufgaben aufdrücken.“ Er muss gerade stehen für alles, was in der Stadt in letzter Zeit nicht optimal gelaufen ist.

Seine Kontrahentin am anderen Ende des Wochenmarktes hat es einfacher. Sie kann den Bürgern unbefangen erklären, warum sie die geplanten Windkraftanlagen beim Bissenmoor ablehnt. Kütbach will die Anlagen auch nicht. Dumm nur, dass der städtische Planungsausschuss noch vor anderthalb Jahren sein Einverständnis zu der Windkraftfläche gegeben hatte. Der Bürgermeister hat zwar in dem Ausschuss kein Stimmrecht, aber wer weiß das schon?

Unterstützung auch von den Grünen

Im Hintergrund halten sich Iris Westenfelder und Gilbert Sieckmann-Jouckenm beide Stadtverordnete der Grünen, auf. Sie wollen auf dem Wochenmarkt ihre Unterstützung für den Bürgermeister zeigen, auch wenn ihre Partei sich für neutral erklärt hat. Doch die beiden machen auf Facebook ebenso viel Wahlkampf für den Bürgermeister wie dessen eigene Partei, die FDP.  Es zahlt sich für ihn aus, dass er stets ein gutes Verhältnis zu allen Fraktionen suchte.

Mit einer ganzen Reihe von Fragen sind Magrit Bühler und ihre Mutter Christel Marquadt auf den Markt gekommen. „Was ist denn nun mit dem Feuerwehrhaus?“, „Bekommt das Juz endlich schönere Außenanlagen?“ Kütbach beantwortet alles ausführlich, scheint niemals müde zu werden, immer das gleiche zu erzählen. Die beiden Damen bedanken sich, sie sind bekennende Kütbach-Anhänger.

Überzeugungsarbeit muss er nicht leisten

Davon gibt es an diesem Sonnabendvormittag viele. „Ich drücke die Daumen!“ ruft ihm eine Dame zu, andere: "Viel Glück". Seine Anhänger muss Kütbach nicht mobilisieren – und Überzeugungsarbeit muss er hier auf dem Wochenmarkt auch nicht leisten, denn seine Kritiker kommen gar nicht erst. Warum also ist er hier? Kütbach: „Wenn ich nicht hier stehen würde, wird das als Statement verstanden, dass ich kein Interesse habe.“

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