Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Segeberg Zu wenig Geld für die Inklusion
Lokales Segeberg Zu wenig Geld für die Inklusion
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:04 06.12.2018
Von Einar Behn
Ronja (11) und Jamie (9) probierten mit Unterstützung der Lehrerinnen Sabine Wagner-Siebeneichler (2. v. li) und Nadine Degen Mensch-ärgere-Dich-nicht“ für Blinde. Quelle: Einar Behn
Bad Bramstedt

Mit Nadine Degen arbeitet an der Maienbeeck-Schule eine Lehrerin, die das Leben aus der Rollstuhlperspektive kennt. Durch ihr Rheumaleiden fällt ihr das Gehen schwer. Aber die junge Lehrerin ist ein Paradebeispiel dafür, wie verständnisvoll Kinder mit behinderten Menschen umgehen, wenn sie sie nur frühzeitig kennen lernen. „Meine Schüler holen mich schon morgens im Lehrerzimmer ab, um die Tasche zu tragen“, erzählte sie. Im letzten Schuljahr hatte sie eine eine Inklusionsklasse. 26 Kinder, davon drei lernbehinderte, zwei geistig behinderte, zwei mit Sprachauffälligkeiten und acht Migrantenkinder, die anfangs kein Deutsch konnten. Unterstützung gag es gerade einmal zwei Stunden pro Woche durch eine Lehrerin des benachbarten Förderzentrums Bramau-Schule. Rechtlich hätten ihr mehr Helfer zugestanden. „Es gibt aber nicht genügend Sonderpädagogen“, weiß Matthias Ortlepp, Leiter des Förderzentrums.

Kinder lernen voneinander

Der Unterricht klappte trotzdem, sagte Nadine Degen. „Die Kinder lernen auch voneinander, vor allem wenn es um die deutsche Sprache geht. Das können die manchmal besser vermitteln als wir Lehrer.“ Und Rektorin Christine Landschek weiß aus Rückmeldungen der weiterführenden Schulen, dass ihre Kinder ein besonders gutes Sozialverhalten haben.

Kein Platz für einen Rollstuhl

Trotz allen Engagements: „Die Maienbeeck-Schule ist eine Zumutung“, sagte Jutta Altenhöner, womit sie die baulichen Voraussetzungen meinte. Es gibt keinen Fahrstuhl, keine  Schallisolierung , was bei Kindern mit Hörbehinderungen problematisch ist, und Lehrerin Degen kann nicht ins Lehrerzimmer rollen, weil da kein Platz für einen Rollstuhl ist. Altenhöners Fazit: „Inklusion gibt es nicht zum Nulltarif.“

Harte Worte für Schulverbandsvorsteher Hans-Jürgen Kütbach. „Es ist ein altes Gebäude“, sagte er. Ohne Zuschüsse vom Land seien solch aufwendige Umbauten nicht zu bezahlen.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In das Einfamilienhaus der Reitanlage Birkenhof in Nahe ist die Vorschulgruppe des Kindergartens Tausendfüßler eingezogen. Mit Koffern, ihren Taschen und den Rucksäcken in der Hand hatten die 17 Kinder mit ihren Erzieherinnen Annett Lehrke und Vanessa Jansen das komplett sanierte Haus eingenommen.

Nicole Scholmann 06.12.2018

Der Haushalt 2019 wird erstmals seit 2001 wieder ein leichtes Plus erwirtschaften. Die verbesserte Finanzlage Bad Bramstedts ist den sprudelnden Steuereinnahmen zu verdanken. CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Brumm mahnte dennoch zum Sparen, denn die Schulden klettern 2019 auf einen neuen Rekord.

Einar Behn 05.12.2018

Wegen fehlender 1,3 Millionen Euro bei der Hausmüllsammlung im Jahr 2017 und erhöhten Entsorgungskosten, steigen die Müllgebühren im Kreis Segeberg ab 2019 im Schnitt um satte 17,7 Prozent. Das beschloss am Dienstag die Verbandsversammlung des Wege-Zweckverbandes in Henstedt-Ulzburg.

05.12.2018